Inhaltsverzeichnis
InhaltsverzeichnisLiteratur zum Schwerpunkt 52
Linksammlung zum Schwerpunkt 53
Literatur zum Schwerpunkt
Albers, T., & Bostancı, S. (2025). Stellungnahme zu Sprachstandserhebungen im Vorschulalter. Universität Paderborn. https://uni-paderborn.sciebo.de/s/yTdKDH84pzywNwN
Althaus, N. & Vogt, S. (2026). Persistierende Sprachentwicklungsstörung - eine Onlineumfrage zur logopädischen Versorgungspraxis. Forschung Sprache, 14 (1), 4–17. https://www.forschung-sprache.eu/fileadmin/user_upload/Dateien/Heftausgaben/2026_1/Forschung_Sprache_1_2026_Althaus_Vogt.pdf
Baumann, M., Bolz, T. & Albers, V. (2021). Verstehende Diagnostik in der Pädagogik. Verstörenden Verhaltensweisen begegnen. Beltz.
Bohnert-Kraus, M. & Kehrein, R. (Hrsg.) (2020). Dialekt und Logopädie. Olms.
Böse, J. & Elstrodt-Wefing, N. (2023). Dynamic assessment zur Erfassung von Fast-Mapping-Prozessen und Spracherwerbsstrategien bei drei- bis fünfjährigen Kindern im anfänglichen Deutschspracherwerb. Praxis Sprache, 68 (1), 16–23. https://doi.org/10.2443/skv-s-2023-56020230102
Cholewa, J. (2020). Spezifische Sprachentwicklungsstörungen. Modellgeleitete Sprachdiagnostik. Thieme.
Dreyer, R., Cloos, P., Hogrebe, N. & Kaul, I. (2025): Memorandum zur Frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung in Deutschland. Alice Salomon Hochschule Berlin. https://doi.org/10.58123/aliceopen-794
Eckert, A. & Lütolf, M. (2025). Autismus bei jungen Kindern erkennen und verstehen: Entwicklung des Zürcher Autismus-Screening für das Kindesalter (ZASK). Frühförderung interdisziplinär, 44 (4), 175–179. https://doi.org/10.2378/fi2025.art21d
Ehlert, H. (2012). Dynamic Assessment. Prozess und Potential in der Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen. Springer.
Ehlert, H. (2022). Dynamic assessment: Potential in der Diagnostik mehrsprachiger Kinder. Sprachförderung und Sprachtherapie. Springer VS.
Espenhorst, N., Koch, S., Albers, T., Cloos, P., Glück, C., Hruska, C. A. & Scharff Rethfeldt, W. (2026). Erfassung und Förderung der sprachlichen Entwicklung im Kontext der Kindertagesbetreuung. Handlungsempfehlungen für geeignete Massnahmen und Konzepte aus interdisziplinärer Sicht. Der Paritätische Gesamtverband. www.der-paritaetische.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/doc/broschuere_A4_expertise_Sprachliche-Bildung-2026_web.pdf.
Franchini, M., Schaer, M. & Eliez, S. (2021). Autismus-Spektrum-Störungen bei Hochrisiko-Säuglingen: Auswirkungen auf Früherkennung und -begleitung. Paediatrica, 32 (2), 17–22. https://doi.org/10.35190/d2021.2.3
Gebhardt, M., Scheer, D. & Schurig, M. (Hrsg.) (2022). Handbuch der sonderpädagogischen Diagnostik. Grundlagen und Konzepte der Statusdiagnostik, Prozessdiagnostik und Förderplanung. Universitätsbibliothek Regensburg.
Hagmann-von Arx, P. (2025). Diagnostische Reisen bei Kindern und Jugendlichen. Ein heil- und sonderpädagogischer Blick auf Wege zu psychischen Diagnosen und darüber hinaus. Edition SZH/CSPS. https://ojs.szh.ch/index.php/b/de/article/download/1599/2350
Hofer, J. & Fellinger, J. (2022). Autismus-Spektrum-Störungen: von der Früherfassung zu Intervention und Begleitung. Monatsschrift Kinderheilkunde, 170 (5), 443–452. https://doi.org/10.1007/s00112-020-01116-2
Jenni, O. (2024). Entwicklungsstörungen verstehen. Springer.
Paudel, F., Hofmann, R. & Ryslavy, E. (Hrsg.) (2026). Handbuch Pädagogische Diagnostik. Theoretische Grundlagen und praktische Umsetzungsmöglichkeiten. transcript.
Reichenbach, C. (2025). Aktuelle Perspektiven und Entwicklungen in der Heilpädagogischen Diagnostik im Kindes- und Jugendalter. Heilpaedagogik.de, 40 (1), 6–11.
Sachse, S., Bockmann, A.-K. & Buschmann, A. (2020). Sprachentwicklung. Entwicklung – Diagnostik – Förderung im Kleinkind- und Vorschulalter. Springer.
Schaefer, C., Schneider, N., Jenni, O. & von Rhein, M. (2018). Frühe Fördermassnahmen für Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung: Situation im Kanton Zürich. Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik, 24 (9), 14–19. https://ojs.szh.ch/index.php/zeitschrift/article/view/741
Staub, G. & Jenni, O. (2024). Vom Kind her denken: Einblicke in den entwicklungsorientierten Unterricht. Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik, 30 (2), 2–7. https://doi.org/10.57161/z2024-02-01
Taferner, C., Jahnke-Majorkovits, A.-C. & Sevecke, K. (2024). Entwicklungs-, Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend - Änderungen und Umsetzung in der ICD-11 sowie ein Vergleich zur DC:0-5. Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 73 (8), 719–736.
Linksammlung zum Schwerpunkt
Kinderschutz Schweiz
> Früherkennung & Frühintervention
Berufsverband Heilpädagogische Früherziehung (BvF)
> Förder- und Verlaufsdiagnostik
Deutschschweizer Logopädinnen- und Logopädenverband (DLV)
> Abklärungen, Beratungen, Coachings, Therapien bei Kleinkindern
Gesellschaft für entwicklungspsychologische Sprachtherapie (GSEST)
> Diagnostik und Therapie bei frühen Spracherwerbsstörungen
Autismus Schweiz
Autismus Stiftung
Schweizerische Gesellschaft für Entwicklungspädiatrie (SGEP)
Kliniken mit entwicklungspädiatrischen Abklärungen
LogBUK – Schwerpunktpraxis für Unterstützte Kommunikation
Rundschau
International
OECD publiziert die PISA-Ergebnisse 2025
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD publizierte am 08.09.2026 die Ergebnisse der PISA-Erhebung 2025 für 91 Länder, darunter 38 OECD-Mitgliedstaaten. Fünfzehnjährige Jugendliche in der Schweiz schneiden in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften im internationalen Vergleich erneut gut bis sehr gut ab. Die Schweiz liegt in allen getesteten Kompetenzen signifikant über dem OECD-Durchschnitt und gehört weiterhin zu den leistungsstärksten Ländern. Von Bedeutung sind hingegen die soziale Herkunft, die zu Hause gesprochene Sprache und der Migrationshintergrund. Insbesondere Schüler:innen aus dem untersten Viertel der sozialen Herkunft erzielen signifikant tiefere Leistungen als jene aus den drei übrigen Vierteln. Diese Befunde entsprechen auch dem OECD-Durchschnitt und verdeutlichen, dass soziale und sprachliche Voraussetzungen einen wichtigen Einfluss auf den Bildungserfolg haben.
WBF mit einer Medienmitteilung zu den PISA-Ergebnissen 2025
Gemeinsames Handeln für inklusive Bildung: Synthesebericht
Dieser Synthesebericht ist das wichtigste Ergebnis der EASNIE-Aktivität Gemeinschaftliches Handeln für inklusive Bildung (Collaborative Action for Inclusive Education CAFIE), die sich mit dem Thema der sektorübergreifenden Zusammenarbeit für inklusive Bildung befasste. CAFIE untersuchte die Zusammenarbeit und sektorübergreifende Arbeit auf allen Systemebenen als Schlüsselfaktor für die Umsetzung inklusiver Politik. Der Bericht beschreibt die Schlüsselkonzepte, Bedingungen und Prozesse, die die sektorübergreifende Zusammenarbeit für inklusive Bildung prägen, und bietet einen Rahmen zur Unterstützung von Reflexion und Handeln in verschiedenen Systemkontexten. Er dient politischen Entscheidungsträger:innen, Führungskräften im Bildungssystem und Praktiker:innen, die gerechte und inklusive Bildungssysteme aufbauen wollen, sowohl als konzeptioneller Leitfaden als auch als Ressource.
European Agency and Collaborative Action for Inclusive Education
National
Methodische Einordnung der LCH-Studie. Inklusionsorientierte Schule zwischen Anspruch und Realität
Nach der inhaltlichen Einordnung der vom Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) durchgeführten Umfrage (vgl. Sahli, 2026) erscheint eine zusätzliche methodische Einordnung des Vorgehens als sinnvoll, um eine angemessene Gewichtung der Aussagekraft der Ergebnisse zu gewährleisten. Dr. Romain Lanners, Direktor des Schweizer Zentrums für Heil- und Sonderpädagogik äussert sich zur fehlenden Repräsentativität und zur ungenügenden Generalisierbarkeit der Antworten.
Edudoc: Methodische Einordnung der LCH-Studie
Bundesrat: Ziele für 2027 und die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung
Bundespräsident Guy Parmelin hat am 14.09.2026 im Ständerat die Ziele des Bundesrats für das Jahr 2027 präsentiert. Diese sind mit den vier Leitlinien der Legislaturplanung 2023–2027 abgestimmt. Eines der Ziele betrifft die Gleichstellung und sieht insbesondere vor, dass der Bundesrat den Evaluationsbericht zur Behindertenpolitik 2023–2026 zur Kenntnis nimmt. Die Behindertenpolitik des Bundes dient als Orientierungsrahmen für die Umsetzung der UNO-Behindertenrechtskonvention in der Schweiz und fasst die zentralen Massnahmen zur Förderung der Gleichstellung und der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zusammen.
Bundesrat mit den Zielen für 2027
Befragung der Pädiatrie und Bildungsexpertenschaft
Laut einer von der Mercator Stiftung in Auftrag gegebenen Umfrage bei Kinderärzt:innen dreht sich jede fünfte Konsultation um Belastungen, die mit der Schule zusammenhängen. Ursachen für die gesundheitlichen Probleme bei Kindern und Jugendlichen seien zum Beispiel der Leistungs- und Selektionsdruck, Mobbing oder die Beziehung zur Lehrperson.
gfs.bern mit einer Studie zu Arztbesuchen von Kindern mit Schulproblemen
Junge Menschen mit psychischen Belastungen: Impulse für die Invalidenversicherung
Seit 2019 steigt die Zahl der Rentenbeziehenden in der Invalidenversicherung (IV) wieder an, nachdem sie zuvor über viele Jahre rückläufig war. Der zentrale Treiber ist die wachsende Zahl von Neuanmeldungen: Während die Rentenzusprachequote stabil blieb, nahm die Anmeldungsquote von 0,8 Prozent im Jahr 2014 auf über 1,1 Prozent im Jahr 2024 zu (BSV 2026). Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend im Bereich psychischer Erkrankungen von jungen Menschen: Bei den 18- bis 24-Jährigen hat sich die Zahl der IV-Neurenten aufgrund psychischer Probleme innerhalb eines Jahrzehnts nahezu verdoppelt. Im Auftrag der IV-Stelle des Kantons Bern wurden in einer Studie wissenschaftliche Grundlagen zur Weiterentwicklung der Unterstützungsangebote für junge Menschen mit psychischen Problemen in der IV erarbeitet (Tschanz et al. 2026). Methodisch kombiniert diese Studie Literaturanalysen und ein «Scoping Review» mit qualitativen Interviews zentraler Stakeholder im Kanton Bern. Da die Daten- und Studienlage in der Schweiz begrenzt ist, wurden internationale Evidenz und Daten herbeigezogen.
Betreuungsleistungen zu Hause ab 2028
In der Sommersession 2025 hat das Parlament Änderungen des Ergänzungsleistungsgesetzes (ELG) verabschiedet und Leistungen für die Hilfe und Betreuung zu Hause eingeführt. Da auch Personen, die teilweise in einem Heim oder Spital und teilweise zu Hause leben, im Sinne einer Pro-rata-Vergütung Anspruch auf Leistungen für das betreute Wohnen haben, musste der Bundesrat die Ergänzungsleistungsverordnung (ELV) anpassen. Die Pro-rata-Vergütung richtet sich nun nach der Anzahl Tage, die eine Person zu Hause verbringt und erfolgt stufenweise. Inclusion Handicap hatte sich im Vernehmlassungsverfahren dezidiert für eine Ausweitung der ursprünglich vorgesehenen drei auf insgesamt fünf Stufen eingesetzt, damit längere Wohnzeiten zu Hause angemessener berücksichtigt werden. Dieser Einsatz zeigte Wirkung: Der Bundesrat hat die Forderung in die ELV aufgenommen und diese zusammen mit den gesetzlichen Leistungen für Hilfe und Betreuung zu Hause auf den 1. Januar 2028 in Kraft gesetzt.
Inclusion Handicap und Erhöhung der Betreuungsleistungen zu Hause
Moderne Förderstrategien für Lernende mit Verhaltensauffälligkeiten
Damit möglichst viele Jugendliche mit Verhaltensproblemen ihre Ausbildung abschliessen können, braucht es ein breites Repertoire an erfolgversprechenden Strategien im Umgang mit diesen Herausforderungen. Eine Interviewstudie mit Berufsbildenden und Lehrpersonen in der Berufsfachschule zeigt: Während traditionelle Massnahmen wie Strafen und Zurechtweisungen gut bekannt sind, haben moderne Strategien zur Förderung der sozial-emotionalen Kompetenzen von Lernenden noch kaum Fuss gefasst. Weiterbildung und der Einbezug von schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen könnten erweiterte Optionen schaffen.
Regional / kantonal
LU: Neues Kompetenzzentrum für sexuelle Gesundheit für Menschen mit Behinderungen in Luzern
In Luzern gibt es neu ein Kompetenzzentrum für sexuelle Gesundheit für Menschen mit Behinderungen. Die unabhängige Fachstelle zäme+ ist eine Anlaufstelle für Fragen zu Sexualität, Liebe, Beziehungen und persönlichen Grenzen. Menschen mit Behinderungen können sich dort vertraulich beraten lassen. Das neue Angebot ist besonders wichtig, da Menschen mit Behinderungen deutlich häufiger von sexualisierter Gewalt betroffen sind. In der Zentralschweiz gab es bisher keine spezialisierte Fachstelle für diese Themen. Das Kompetenzzentrum soll dazu beitragen, dass Menschen mit Behinderungen ihre Sexualität selbstbestimmt leben können und ihre Rechte und Grenzen kennen.
Zäme plus - Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit für Menschen mit Behinderungen
LU: Baustein Förderdiagnostik
Förderdiagnostik stärkt die Teilhabe, Motivation und schulische Entwicklung der Schüler:innen. Sie schafft die Grundlage für eine integrative Schulkultur mit bestmöglichen Lernbedingungen und stellt die individuelle Förderung in den Mittelpunkt. Förderdiagnostik ist ein zentrales Instrument zur gezielten Unterstützung von Schüler:innen im gemeinsamen Unterricht.
Dienststelle Volksschulbildung Kanton Luzern mit einem neuen Baustein zur Förderdiagnostik
SZ: Mehr Lektionen für die integrative Förderung
Der Kanton Schwyz soll künftig pro Schüler 0,08 Lektionen mehr im Pool der integrativen Förderung zur Verfügung stellen. Das entsprechende Postulat wurde mit 59 zu 29 Stimmen als erheblich erklärt. Gemäss Berechnungen der Regierung wird dies Kosten von 5,1 Millionen Franken verursachen.
Bote der Urschweiz: Mehr Lektionen für Integrative Förderung
ZH: Neue Fachstelle: Gelingende Kommunikation bei Hörbeeinträchtigung
Wie kann Kommunikation für Kinder und Jugendliche mit Hörbeeinträchtigung möglichst zugänglich gestaltet werden? Die neue Fachstelle der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) unterstützt Fachpersonen, Schulen und Institutionen bei Fragen rund um Verständigung, Teilhabe und Bildung. Themen sind Laut- und Gebärdensprache, bimodal-bilinguale Bildung, Hörtechnik sowie die Gestaltung von Unterricht und Lernumgebungen. Die Fachstelle bietet eine kostenfreie Kurzberatung für konkrete Anliegen.
HfH mit einer neuen Fachstelle zur gelingenden Kommunikation bei Hörbeeinträchtigung
Varia
Kurzfilmfestival look&roll 2026
look&roll präsentiert seit 2006 biennal inhaltlich wie formal herausragende Filme, die Lebensrealitäten und Persönlichkeiten würdigen, die in Filmen oft marginalisiert oder klischiert dargestellt werden. Die sorgfältig kuratierten Beiträge überzeugen nicht nur durch ihre erzählerische Qualität, sondern auch durch eine reflektierte Produktionsweise, die Zugänglichkeit und Diversität mitdenkt. Der diesjährige 1. Jurypreis ging an den Film «As Aventuras do Angosat – Die Abenteuer des AngoSat» von Marc Serena und Resem Verkron (Angola, 2025). Eine Überraschung war, dass auch das Publikum die Begeisterung der Jury teilte und denselben Film mit dem Publikumspreis auszeichnete! Der 2. Jurypreis ging an «Alien» von Sybille Bauer-Zierfuss (Österreich, 2024).
look&roll mit den Preisvergaben 2026
Barrierefreie Bücher aus internationalen Online-Katalogen
Kundinnen und Kunden der Schweizerischen Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte (SBS) mit Wohnsitz in der Schweiz können ab sofort über ABC Global Book Service barrierefreie Bücher in vielen Sprachen kostenlos herunterladen – darunter Englisch, Französisch, Spanisch und viele mehr. Das Angebot umfasst aktuell über 300'000 Hörbücher sowie E-Books und weitere Textformate in mehr als 30 Sprachen. ABC Global Book Service ist der internationale Online-Katalog der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) mit barrierefreien Büchern. Am Accessible Books Consortium (ABC) beteiligen sich Bibliotheken weltweit, darunter seit 2014 auch die SBS.
SBS und barrierefreie Bücher aus internationalen Online-Katalogen
Laufende Forschungsprojekte
Inventar zur Einschätzung sozial-emotionaler Kompetenzen (ISEC)
Laufzeit: 09.2026 – 06.2031
Forschende Institutionen: Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik (HfH); Universität Hamburg
Im Rahmen des Projekts wird ein Inventar zur Einschätzung sozial-emotionaler Kompetenzen (ISEC) bei Kindern von 5 bis 10 Jahren entwickelt, normiert und validiert. Das Verfahren ermöglicht eine differenzierte Einschätzung des sozial-emotionalen Wissens mittels Individualtest sowie sozial-emotionaler Verhaltensweisen mittels Selbst- und Fremdeinschätzungen. Das ISEC soll eine reliable und valide diagnostische Grundlage schaffen, um sozial-emotionale Kompetenzen im Vorschul- und Grundschulalter zu erfassen und bei Bedarf gezielte Fördermassnahmen abzuleiten.
HfH mit einem Forschungsprojekt zum Inventar zur Einschätzung sozial-emotionaler Kompetenzen
Alltagsgespräche als Bildungschancen auf der Unterstufe (AllBi-U)
Laufzeit: 08.2025 – 07.2029
Forschende Institutionen: Pädagogische Hochschule Thurgau; Pädagogische Hochschule Zürich; Universität Zürich; Universität Konstanz
In der Schweiz besteht klarer Handlungsbedarf bezüglich Chancengerechtigkeit und Sprachfähigkeiten der leistungsschwächsten Schüler:innen (OECD 2019, 2023). Die sprachlichen Fähigkeiten beim Eintritt in die erste Klasse beeinflussen die sprachliche Leistungsentwicklung während der gesamten obligatorischen Schulzeit. Das Team «Frühe Sprachbildung» hat seit 2012 in zwei SNF-Studien zunächst den kommunikativen Alltag im Kindergarten (Video-Ethnografie ProSpiK) und danach die Zusammenhänge zwischen Lehrpersonenhandeln und Diskursfähigkeiten der Kinder (Interventionsstudie EmTiK) untersucht. In der neuen Studie AllBi-U wird nun das sprachliche Bildungspotenzial von Alltagsgesprächen unter den institutionellen Bedingungen der Unterstufe erforscht. Den konzeptionellen Rahmen bildet das Angebots-Nutzungs-Modell von Vieluf et al. (2020), welches die Ko-Konstruktion von Bildungsangeboten durch Lehrpersonen und Schüler:innen berücksichtigt. Methodisch ist das Projekt AllBi-U als videobasierte fokussierte Ethnografie (Tuma et al. 2013) angelegt.
PHTG mit einem Forschungsprojekt zu Alltagsgesprächen als Bildungschancen auf der Unterstufe
Parlamentarische Vorstösse
Quelle: Parlamentarische Dokumentation des Informations- und Dokumentationszentrums IDES sowie Geschäftsdatenbank Curia Vista des National- und Ständerats.
SCHWEIZ
IV Mittel in Administration anstelle für Menschen
Frage. Fragestunde (26.7716) vom 21.09.2026
Art. 74 IVG - EFK Empfehlungen umsetzen
Frage. Fragestunde (26.7715) vom 15.09.2026
Unterzeichnung der Amman-Berlin-Erklärung
Frage. Fragestunde (26.7699) vom 15.09.2026 > Antwort des Bundesrats vom 21.09.2026
ADHS und ASS: Wird der Einfluss der Bildschirmnutzung bei Diagnosen genügend berücksichtig
Interpellation (26.4342) vom 30.09.2026
Bildungsbericht 2026: Wo besteht konkreter Handlungsbedarf?
Interpellation (26.4321) vom 29.09.2026
Kultur macht stark
Postulat (26.4235) vom 23.09.2026
Barrierefreiheit im Parlamentsgebäude stärken. Akustik und Beleuchtung optimieren
Interpellation (26.4029) vom 19.06.2026 > Stellungnahme des Büros vom 14.09.2026
KT. BERN
Niederschwellige Meldestelle für mögliche Übergriffe in Kinder- und Jugendheimen, Pflegefamilien, Institutionen für Menschen mit Beeinträchtigungen, Altersheimen, Kindertagesstätten und weiteren Betreuungseinrichtungen
Postulat (26.268) vom 10.09.2026
KT. BASEL-LANDSCHAFT
Sicherstellung der Bildungs- und Betreuungsqualität an heilpädagogischen Schulen im Kanton Basel-Landschaft
Postulat (25.257) vom 12.06.2025 vom > Bericht des Regierungsrats vom 22.09.2026
KT. BASEL-STADT
Umsetzung des angekündigten Monitorings zur Sicherstellung von ausreichend und qualifizierten Lehr- und Fachpersonen sowie Schulleitungen für die Basel-Städtischen Schulen
Interpellation (26.5368) vom 09.09.2026
KT. ST.GALLEN
Kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung im Kanton St.Gallen: Wie stellt die Regierung den wohnortnahen Zugang sicher?
Motion (42.26.24) vom 14.09.2026
KT. ZÜRICH
Arbeitsbedingungen der Sozialpädagog:innen im stationären Kinder- und Jugendhilfe-Setting im Kanton Zürich
Medien
Wenn nicht anders vermerkt, entstammen die Inhaltsbeschreibungen den Verlags- und Filmwebseiten.
Fachbücher
Gender Bias in der Diagnostik von ASS.
Erwerbstätigkeit von Frauen mit einer spät diagnostizierten Autismus-Spektrum-Störung
Bächli, K. (2026)
Eine Rezension von Andrea Günther, ZHAW,
Diversitybeauftragte Departement Gesundheit
Die Publikation von Katja Bächli basiert auf einer Masterarbeit und untersucht Erwerbsbiografien von Frauen, deren Autismus-Spektrum-Störung (ASS) erst spät diagnostiziert wurde. Sie stellt drei zentrale Fragen: Wie erleben diese Frauen ihre Erwerbsbiografie und berufliche Transitionen? Welche Bedeutung hat die Erwerbsarbeit für sie? Und welchen Einfluss hat die späte Diagnose? Die Veröffentlichung verbindet damit Gender Bias in der medizinischen Diagnostik mit Fragen beruflicher Teilhabe. Methodisch führt Katja Bächli eine qualitative, explorative Studie mit neun Frauen der Jahrgänge 1966 – 2001 durch. Gemeinsam ist allen, dass sie ihren Bildungsweg in der Schweiz absolviert haben, ihre ASS-Diagnose erst nach dem 18. Lebensjahr erhielten und zum Zeitpunkt der Untersuchung erwerbstätig waren. Die Daten wurden auf der Grundlage von narrativen, biografisch ausgerichteten Interviews erhoben.
Zentrale Erkenntnisse
Besonders deutlich wird der oft langwierige Weg zur Diagnose. Mehrere der befragten Frauen erhielten zunächst andere, vor allem psychiatrische Diagnosen. Häufig recherchierten sie selbst und initiierten ihre ASS-Diagnose. Als Grund dafür nennt die Autorin Gender Bias, denn Diagnostik und Verständnis der Symptome orientierten sich häufig stärker an männlichen Erscheinungsformen von Autismus. Ein weiterer Grund betrifft das Masking, da Frauen ihr Verhalten stark an soziale Erwartungen anpassen und dadurch diagnostisch unauffällig bleiben. Die untersuchten Erwerbsbiografien weisen Brüche auf. Insbesondere Übergangsphasen werden als psychisch belastend erlebt. Zugleich hat Erwerbsarbeit für die befragten Frauen eine hohe Bedeutung: Neben der finanziellen Sicherheit ist sie sinnstiftend und wirkt sich positiv auf Selbstwert und Tagesstruktur aus. Rückblickend erleben die Frauen die Diagnose als überwiegend hilfreich. Sie ermöglichte es ihnen, frühere Erfahrungen und Erlebnisse neu zu deuten, eigene Bedürfnisse besser zu verstehen und Strategien für die Arbeit zu entwickeln.
Eine Stärke der Arbeit ist der biografische Zugang der Studie. Interessant ist weniger die bereits bekannte Tatsache der späten ASS-Diagnose bei Frauen als vielmehr die Verbindung von Gender Bias, später Diagnose und Erwerbsbiografie aus der subjektiven Perspektive der befragten Frauen. Sehr gut und eindrücklich sichtbar wird, was eine jahrelang fehlende Diagnose biografisch und beruflich bedeuten kann. Die kleine und selektive Stichprobe begrenzt zwar die Reichweite der Ergebnisse, die konsequente Ausrichtung auf die Perspektive der Betroffenen zeigt aber einen bisher noch wenig bekannten Zusammenhang auf zwischen Diagnostik und beruflicher Teilhabe.
Das Buch ist kostenlos im Open Access als PDF herunterladbar.
Unterricht planen und gestalten. Sonderpädagogischer Schwerpunkt Geistige Entwicklung
Dietrich, A., Bühler, A. & Schäfer, H. (2026)
Wie kann Unterricht für Kinder und Jugendliche mit intellektueller Beeinträchtigung bildungswirksam geplant und gestaltet werden - trotz der Heterogenität der Aneignungsvoraussetzungen? Den Linien der bildungstheoretischen Didaktik folgend beschreibt das Buch die Planung und Gestaltung altersgemässen, entwicklungsgerechten und fachorientierten Unterrichts. Hierbei bilden eine befähigungsorientierte Bildungsplanung, die Orientierung am gemeinsamen Lerngegenstand sowie eine vorausschauend geplante Lernunterstützung zentrale Leitlinien mit dem Ziel der Ermöglichung von Teilhabe.
Kompass Kind. 99 Antworten, die Eltern Orientierung geben
Jenni, O. (2026)
Dieser kompakte Ratgeber für die grossen Fragen zu kleinen Kindern hat das Zeug zum Standardwerk – als Nachschlagewerk unterstützt es Eltern in den ersten Jahren. Es gibt auf die wichtigsten 99 Fragen rund ums Kind fundierte Antworten, die Eltern den Weg aus Überforderung und Unsicherheit weisen. Kompass Kind hilft Eltern, sich im Alltag mit Kind schnell zurechtzufinden und gibt ihnen das Vertrauen, es gut zu begleiten. Denn die Zuwendung und Liebe, die ein Kind in den ersten Lebensjahren erfährt, stärken es für sein ganzes Leben.
Behinderung und Teilhabe im Schulsystem.
Transdisziplinäre Perspektiven auf Selektion, pädagogisches Helfen
und Inklusion, 1800-2025
Seitzer, P. (2026)
Das Schulsystem im deutschsprachigen Raum, gerade in Behinderungskontexten, stand und steht in einem Spannungsfeld zwischen Inklusion und Exklusion. Kinder und Jugendliche sind dabei diagnostischen Vermessungen in Bezug auf ihre Fähigkeiten, Körper und Leistungen durch (Sonder-)Pädagogik, Medizin und Psychologie unterworfen. Sie erleben die damit verknüpften pädagogischen Interventionen als ambivalent. Die Beiträger:innen verfolgen die Ausgestaltung des (Sonder-)Schulsystems anhand sozialwissenschaftlicher, autoethnografischer und (regional- )historischer Fallstudien sowie aktueller Zeitdiagnosen aus transdisziplinärer Perspektive und geben einen Überblick vom 19. Jahrhundert bis heute.
Das Buch ist im Open Access frei verfügbar.
Digitale Schulführung. Doing Digital Leadership durch Delegation
Schmid-Meier, C. (2026)
Die digitale Transformation stellt Schulen vor tiefgreifende Veränderungen, die weit über den Einsatz digitaler Technologien im Unterricht hinausgehen. Schulleitungen sind dabei gefordert, schulische Entwicklungsprozesse strategisch zu steuern und neue Rahmenbedingungen für Führung, Organisation und Zusammenarbeit zu schaffen. Diese Arbeit nimmt digitale Schulführung in den Blick und untersucht im Kontext der Schweiz, wie Schulleitungen den digitalen Wandel in der Praxis gestalten. Dabei zeigt sich, dass digitale Schulführung in der Praxis häufig durch die gezielte Delegation digitalisierungsbezogener Aufgaben an fachkundige Akteur:innen innerhalb der Schule geprägt ist. Die Ergebnisse machen deutlich, dass digitale Schulführung in mehreren miteinander verknüpften Handlungsbereichen sichtbar wird und auf komplexen Aushandlungsprozessen zwischen unterschiedlichen Rollen und Verantwortlichkeiten beruht. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zum besseren Verständnis digitaler Schulführung und eröffnet Perspektiven für Forschung, Schulentwicklung und bildungspolitische Diskussionen.
Anthroposophie und Nationalsozialismus. Anthroposophische Psychiatrie und
Heilpädagogik 1933–1945 (2 Teilbände)
Selg, P., Gross, S. H., Mochner, M. (2026)
Thema dieses Buchs ist die anthroposophische Psychiatrie und Heilpädagogik im Nationalsozialismus. Wie versuchten die Leiter des psychiatrischen Sanatoriums Wiesneck und der anthroposophischen Heime ihre Patientinnen und Patienten sowie die betreuten Kinder und Jugendlichen vor Zwangssterilisationen und «Euthanasie» zu schützen? Wie verhandelten sie mit den Behörden und unter welchen Bedingungen konnten einzelne Institutionen weiterarbeiten? Diese Fragen werden auf der Grundlage von Patienten- und Kinderakten, Korrespondenzen mit Behörden, mit den Eltern der Kinder und Jugendlichen, mit Ärztinnen und Ärzten, Heilpädagoginnen und Heilpädagogen und zahlreichen weiteren Dokumenten untersucht. Weiter geht es um die Fluchtwege von Heilpädagoginnen und -pädagogen jüdischer Herkunft sowie die Ermordung eines Heimleiters und einer Heilpädagogin durch die Nationalsozialisten, um die Gründung der heilpädagogischen Gemeinschaft Camphill im schottischen Exil und die Flucht der Ärztin Ita Wegman mit Kindern und Jugendlichen ins Tessin.
Erzählte Behinderung
Freihändig gegen den Wind. Eine Geschichte über zweite Chancen und
die Kraft wahrer Freundschaft
Grün, N. (2026)
Peter Lenz war jahrzehntelang Chefredakteur einer grossen Tageszeitung: mächtig, meinungsstark, gefürchtet. Aber ein Shitstorm reichte, um sein Lebenswerk zum Einsturz zu bringen. Verbittert zieht er sich in ein Seniorenheim zurück und meidet jede Form von Nähe. Auch Toni hat das Vertrauen ins Leben verloren. Nähe bedeutet für ihn Stress – und Schmerz. In der Schule wird er gemobbt, im Alltag setzt ihm eine Zwangsstörung zu. Als Toni und Peter einander begegnen, prallen zwei instabile Teilchen aufeinander. Was folgt, ist keine Explosion, sondern etwas Unerwartetes: eine Freundschaft. Leise, widersprüchlich, heilend. Eine Verbindung, die beide verändert – und ihnen eine zweite Chance eröffnet. Ein Roman über Aussenseiter, die besondere Chemie echter Freundschaft und den Mut, für einen Moment die Hände vom Lenker zu nehmen und dem Leben zu vertrauen.
Unsichtbar. Die Frauen hinter der Maske
Wüest, S. (2026)
Späte Diagnosen, lange Leidenswege und ein Leben hinter Masken. Zehn Frauen aus dem Autismus-Spektrum erzählen ihre Geschichte. Sie berichten von Kindheiten, geprägt von Anpassung, von Überforderung im Schulalltag, von Beziehungen, Arbeit und einer Welt, die oft zu laut, zu grell und zu fordernd ist. Viele erhalten ihre Diagnose erst nach einem Burnout, nach Jahren des Funktionierens und Sich-Verbergens. Die Porträts zeigen, wie vielfältig Autismus bei Frauen gelebt wird, und räumen mit hartnäckigen Stereotypen auf. Ungeschönt, nah und eindringlich machen diese Texte sichtbar, was lange übersehen wurde - und schaffen Identifikationsräume für all jene, die sich bislang nicht wiederfinden konnten.
Filme
Das gewisse Etwas
Rothemund, M. (2026)
Nach einem Diebstahl sind ein Mann und sein Sohn gezwungen, unterzutauchen und möglichst unauffällig zu bleiben. Auf der Flucht stoßen sie auf einen Reisebus, in dem eine Gruppe von Menschen mit Beeinträchtigung gemeinsam mit ihrer Betreuerin auf dem Weg in ein Ferienlager ist. Um keinen Verdacht zu erregen, geben sich die beiden kurzerhand als ein fehlender Teilnehmer und dessen Begleitperson aus. Anfangs scheint ihre improvisierte Tarnung aufzugehen, doch mit jeder Etappe der Reise wird es schwieriger, die Fassade aufrechtzuerhalten. Unerwartete Situationen und neue Begegnungen sorgen dafür, dass ihre wahre Identität jederzeit aufzufliegen droht. Während die Fahrt weitergeht, geraten die Ereignisse zunehmend ausser Kontrolle und stellen nicht nur Vater und Sohn, sondern auch die übrigen Mitreisenden vor ungeahnte Herausforderungen.
Nicole Nicole
Dällenbach, L. (2026)
Nicole, 55, und ihre Mutter Alberte, 87, leben gemeinsam in einer Villa am Ufer des Genfer Sees. Durch ihre Gewohnheiten sind sie in gegenseitige Abhängigkeit geraten: Nicole scheint unfähig zur Selbstständigkeit, während Alberte Angst vor dem Alleinsein hat. Doch als sich Nicole ihrer Nichte, der Filmemacherin Lauren, annähert, beginnt sie die Möglichkeit einer Emanzipation auszuloten. Ein Familienfilm, dessen Motor die Behutsamkeit ist.
Weiterbildung
Blick in die Revue
De l’observation au projet de développement : repenser l’adaptation des objectifs pédagogiques
Gremion, F., Rytz, V., & Fuchs Fateh, A. (2026)
Revue suisse de pédagogie spécialisée, 16 (03), 2–7
Die Anpassung von Lernzielen ermutigt zu einem Perspektivenwechsel: weg von einer Logik, die auf die Reduzierung des Lehrplans abzielt, hin zu einem kompetenzorientierten Ansatz, bei dem die ganzheitliche Entwicklung der Lernenden im Mittelpunkt steht. Dieser Ansatz betont die genaue Beobachtung als Basis jeder sinnvollen Anpassung. Zudem legt er Wert auf eine gerechte Bewertung, die die individuellen Fortschritte der Lernenden anerkennt, anstatt sie mit der Norm zu vergleichen. Das «Projet Pédagogique Individualisé» (PPI) [individueller Förderplan] soll zu einem dynamischen und unbürokratischen Instrument werden. Es wird von einer ethischen Haltung geleitet, die die Lernenden nicht in ihren Defiziten, sondern in ihrer Einzigartigkeit und ihren Ressourcen sieht, eingebettet in einen unterstützenden Klassen- und Schulkontext. Es geht nicht darum, die Anpassung der Lernziele aufzuheben. Vielmehr soll der individuelle Förderplan weiterentwickelt werden, um eine Isolierung zu vermeiden. Erfolgreiche Inklusion beruht auf zwei Kompetenzen: (1) beobachten, ohne zu urteilen, (2) pädagogisch umsetzen, ohne zu vereinfachen.
Quand les compétences cessent de mesurer : capabilités et accessibilité dans le curriculum tessinois : Entre intentions curriculaires et pratiques d’évaluation, les enjeux d’une lecture non normative
Piricò, M. L. (2026).
Revue suisse de pédagogie spécialisée, 16 (03), 35–41
Der Tessiner Lehrplan (DECS, 2022) interpretiert Kompetenzen als Faktoren der Befähigung beziehungsweise als Konstruktionsprozesse von Befähigung. Er verbindet dies mit Überlegungen zu Differenzierung, Individualisierung, Personalisierung und der Zugänglichkeit des Lehrplans. Dieser Artikel analysiert die theoretischen Grundlagen dieses Ansatzes und untersucht dessen Auswirkungen auf die Bewertung in heterogenen Kontexten, insbesondere anhand von Kompetenzprofilen und Massnahmen zur Ausbildung von Lehrpersonen.
Compensation des désavantages et universités en Suisse romande : Entretiens qualitatifs auprès de responsables.
Dentz, A., Frank Baud, B., Ruffieux, N., & Martin Sölch, C. (2026)
Revue suisse de pédagogie spécialisée, 16 (03), 48–54
Dieser Artikel befasst sich mit den Massnahmen zum Nachteilsausgleich und den damit verbundenen Verfahren, die Studierenden mit besonderem Bildungsbedarf an Westschweizer Universitäten angeboten werden. Im Rahmen von Interviews wurden die Sichtweisen derjenigen Personen eingeholt, die an drei Universitäten der Westschweiz für die Anpassungsmassnahmen zuständig sind. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die Massnahmen und Verfahren je nach Universität sehr unterschiedlich sind. Dieser Artikel schlägt Ansätze vor, wie die standardisierten Verfahren an den verschiedenen Schweizer Universitäten gefördert werden können, um eine bessere Chancengleichheit für Studierende mit besonderem Bildungsbedarf zu gewährleisten.