Dokumentation

Inhaltsverzeichnis

Literatur zum Schwerpunkt 53

Linksammlung zum Schwerpunkt 54

Rundschau 55

Laufende Forschungsprojekte 58

Parlamentarische Vorstösse 59

Medien 60

Weiterbildung 64

Blick in die Revue 64

Literatur zum Schwerpunkt

Albers, A. & Jude, N. (Hrsg.) (2025). Blickpunkt Bildungsmonitoring – Bilanzen und Perspektiven. Beltz Juventa. https://www.pedocs.de/volltexte/2025/32263/pdf/Albers_et_al_2025_Blickpunkt_Bildungsmonitoring_Bilanzen_und_Perspektiven.pdf

Fickermann, D. & Weishaupt, H. (Hrsg.) (2019). Bildungsforschung mit Daten der amtlichen Statistik. Waxman. https://www.pedocs.de/volltexte/2019/17456/pdf/Fickermann_Weishaupt_2019_Bildungsforschung_mit_Daten.pdf

George, A. C., Zintl, R. & Helm, C. (Hrsg.) (2025). 10 Jahre Bildungsstandarderhebungen – Bedingungen (langfristiger) Kompetenzentwicklungen auf Schul- und Systemebene. Waxmann. https://www.pedocs.de/volltexte/2025/34034/pdf/George_et_al_2025_10_Jahre_Bildungsstandarderhebungen.pdf

Kronenberg, B. (2021). Sonderpädagogik in der Schweiz. Bericht im Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) und der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und Erziehungsdirektoren (EDK) im Rahmen des Bildungsmonitorings. SBFI und EDK. https://edudoc.ch/record/221116/files/Sonderpaedagogik_Schweiz.pdf

Lanners, R. (2020). Neue Einblicke in die Schweizer Sonderpädagogik: Analyse der jüngsten BFS-Statistik der Sonderpädagogik. Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik, 26 (7–8), 51–59. https://ojs.szh.ch/index.php/zeitschrift/article/view/883

Lanners, R. (2021). Wie gerecht ist die heutige Bildung in der Schweiz? Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik, 27 (7–8), 48–56. https://ojs.szh.ch/index.php/zeitschrift/article/view/947

Lanners, R. & Egloff, B. (2023). Bildungsmonitoring und Sonderpädagogik – Austausch mit der Forschung. Nutzung statistischer und administrativer Daten für Forschungsfragen. https://edudoc.ch/record/233653

Lanners, R. & Egloff, B. (2025). Bildungsmonitoring und Sonderpädagogik: Nutzung statistischer Daten. Bericht zur Tagung vom 22. September 2025. SZH. https://edudoc.ch/record/243926

SKBF (2026). Bildungsbericht Schweiz 2026. Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung. https://www.skbf-csre.ch/fileadmin/files/pdf/bildungsberichte/2026/BiBer_2026_DE.pdf

Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz (Hrsg.) (2026). Datengestützte Entwicklung und Steuerung in Schulen und frühkindlicher Bildung. Gutachten der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz. SWK. https://doi.org/10.25656/01:35028

Linksammlung zum Schwerpunkt

Bundesamt für Statistik (BFS)

> Bildung und Wissenschaft

> Menschen mit Behinderungen

> Sonderpädagogik

Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK)

> Bildungsmonitoring

Schweizer Zentrum für Heil- und Sonderpädagogik (SZH)

> Statistik

Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF)

> Bildungsbericht (2006–2026)

PISA Schweiz

> internationale Schulleistungsstudien

Kultusminister Konferenz (KMK)

> Bildungsmonitoring

Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF)

> Bildungsbericht

Statistisches Bundesamt Deutschland (DESTATIS)

> Bildung, Forschung und Kultur

Bundesministerium Bildung (BMB)

> Bildungsmonitoring

Statistik Austria

> Bildung

European Agency for Special Needs and Inclusive Education (EASNIE)

> Statistics on Inclusive Education

Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)

> Bildung auf einen Blick

Rundschau

International

Internationale Auszeichnung für inklusive Kommunikation

Die niederländische Stiftung Stichting Uit met Autisme ist mit dem Disability Smart Impact Inclusive Communication Award ausgezeichnet worden. Die internationale Anerkennung würdigt die Art und Weise, wie die Organisation praktische, ehrliche und gut nutzbare Informationen für reizempfindliche Besucher:innen im Autismus-Spektrum zugänglich macht. Nach Bestätigung des Business Disability Forums ist Stichting Uit met Autisme zudem die erste niederländische Organisation überhaupt, die in den bislang zwölf Ausgaben dieser Awards einen Preis gewonnen hat.

Rolling Planet und eine Meldung vom 04.05.2026 zu einer internationalen Auszeichnung für inklusive Kommunikation

Rückblick auf das DACH-Seminar in Berlin

Wie kann man sozialen Disparitäten begegnen, für eine bessere Durchlässigkeit innerhalb des Bildungssystems und für mehr Bildungsgerechtigkeit an den entscheidenden Schnittstellen sorgen – und dabei zugleich die Qualitätsanforderungen wahren? Mit dieser Leitfrage setzten sich Expert:innen aus Wissenschaft, Bildungsverwaltung und Schule am DACH-Seminar vom 23. bis 25. Februar 2026 in Berlin auseinander. Die Präsentationen aus den Vorträgen und Workshops sind auf der Website des DACH-Seminars verfügbar.

EDK und ein Rückblick auf das DACH-Seminar in Berlin

National

Behindertensession 2026 – Wahl der Kandidat:innen

200 Personen haben sich für die Behindertensession vom 21. Oktober 2026 beworben. An der Behindertensession gibt es 44 Plätze im Parlament. Welche Personen die Sitze einnehmen, kann mitentschieden werden. Die gewünschte Kandidatin oder der gewünschte Kandidat muss aus einer Liste ausgewählt werden. Die Wahl ist bis am 17. Mai 2026 möglich. Jede Person darf nur drei Stimmen abgeben.

Pro Infirmis und die Behindertensession 2026

Behindertenpolitik des Bundes wird bis 2028 verlängert

Die Behindertenpolitik 2023–2026 umfasst die zentralen Schwerpunktprogramme des Bundes zur Förderung der Gleichstellung und der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in der Schweiz. Mit dem indirekten Gegenvorschlag des Bundesrats zur Inklusions-Initiative ergibt sich eine neue Ausgangslage, da das vorgeschlagene Inklusionsgesetz frühestens im Jahr 2029 in Kraft treten könnte. Deshalb wird das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) die Behindertenpolitik bis 2028 verlängern. Der Bundesrat wurde an seiner Sitzung vom 1. April 2026 über die Verlängerung informiert.

Portal der Schweizer Regierung mit einer Medienmitteilung zur Verlängerung der Behindertenpolitik

Meilenstein für Menschen mit einer Sehbehinderung: Selbstständige Stimmabgabe wird möglich.

Künftig soll das selbstständige und geheime Abstimmen für Menschen mit einer Sehbehinderung möglich werden. Das hat der Ständerat als Zweitrat entschieden und die entsprechende Anpassung des Bundesgesetzes über die politischen Rechte gutgeheissen. Bislang waren Menschen mit einer Sehbehinderung beim Ausfüllen der Stimmzettel auf Unterstützung angewiesen. Mit der nun geplanten Anpassung schafft das Parlament die Grundlage, damit in Zukunft geeignete Hilfsmittel zur Verfügung stehen und die Stimmabgabe eigenständig erfolgen kann. Der Entscheid ist ein historischer Fortschritt für Menschen mit einer Sehbehinderung. Gleichzeitig sind weitere verbindliche Schritte nötig, um eine vollständige politische Teilhabe sicherzustellen.

Inclusion Handicap mit einer News vom 12.03.2026 zum selbstständigen Abstimmen für Menschen mit einer Sehbehinderung

Erste nationale ADHS-Konferenz im Bundeshaus

Am 29.04.2026 fand im Bundeshaus in Bern die erste nationale Konferenz zum Thema Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) statt. Im Zentrum standen die Perspektiven und Anliegen von über 40 Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit ADHS, die direkt mit Vertreter:innen aus Politik, Fachwelt, Medien und Zivilgesellschaft ins Gespräch kamen. Die Idee zur Konferenz geht auf eine Eingabe des 20-jährigen Luis Casado zurück. Er brachte seine Anliegen über die Beteiligungsplattform engage.ch ein und trat darüber in den Dialog mit dem Nationalrat Simon Stadler. Aus diesem Austausch entstand die Initiative, jungen Menschen mit ADHS eine Stimme im politischen Raum zu geben.

adhs20+ und die erste nationale ADHS-Konferenz im Bundeshaus

Anerkennung von ausländischen Diplomen: Fakten zum Jahr 2025

Seit dem Inkrafttreten des Personenfreizügigkeitsabkommens zwischen der Schweiz und der EU ist das Generalsekretariat der EDK zuständig für die Anerkennung ausländischer Lehrdiplome und ausländischer Ausbildungsabschlüsse in Sonderpädagogik (Vertiefungsrichtung Heilpädagogische Früherziehung und Schulische Heilpädagogik), Logopädie und Psychomotoriktherapie; dies im Hinblick auf eine allfällige Gleichwertigkeit mit einem entsprechenden schweizerischen Diplom. Im Jahr 2025 wurden bei der EDK insgesamt 1922 Gesuche (Vorjahr: 1706) über das Onlineportal eingereicht. Die EDK überprüfte davon 1347 Gesuche (Vorjahr: 1199 Gesuche). Dies entspricht einer Zunahme der insgesamt eingereichten Gesuche von rund 13 Prozent. Die 575 Gesuche, welche im Jahr 2025 durch die EDK nicht weiterbearbeitet wurden, fielen entweder nicht in die Zuständigkeit der EDK oder es lag keine Antragsberechtigung vor. Bei den meisten Gesuchen (rund 81 %) geht es um die Anerkennung eines Lehrdiploms, die übrigen Gesuche betreffen den pädagogisch-therapeutischen Bereich. Im Jahr 2025 wurden zudem zwei Anerkennungsgesuche im Bereich Schulleitung eingereicht. Rund 68 Prozent der geprüften Gesuche stammen aus unseren Nachbarländern, 19 Prozent der Gesuche aus übrigen EU-Ländern und 13 Prozent aus Staaten ausserhalb der EU.

EDK zur Anerkennung von ausländischen Diplomen im Jahr 2025

Regional / kantonal

LU: Grobplanung «Schulen für alle»

Mit «Schulen für alle» entwickelt der Kanton Luzern gemeinsam das System Schule weiter. Grundlegend ist der systemische Ansatz, welcher alle Betroffenen beteiligt. Partizipation, Co-Kreation und gemeinsame Verantwortung stehen dabei im Zentrum. In «Schulen für alle» wird Lernen als persönlicher Prozess angeschaut. Mit dem integrativen Lehr- und Lernverständnis sind Ressourcen- und Stärkenorientierung sowie eine förderorientierte Haltung leitend. Jeder Baustein trägt mit seinem spezifischen Thema dazu bei. Die «Grobplanung Bausteine bis 2035» strukturiert die Bausteine des Entwicklungsvorhabens «Schulen für alle» zeitlich und bettet gleichzeitig die Bausteine in die strategische Zielsetzung ein. Sie dient als zeitliche Übersicht und bündelt Anforderungen und Informationen für die übergeordnete Planung an der Schule.

Kanton Luzern: Schulen für alle mit einer Grobplanung bis 2035

LU: Vernehmlassung zur Erhöhung der Mindestvorgaben für Schuldienstpensen startet

Die Zahl der Lernenden mit psychischen Problemen und Verhaltensschwierigkeiten nimmt überproportional zu und bedingt mehr zeitliche Ressourcen für die Schuldienste. Dies hat die im Herbst 2025 von der Dienststelle Volksschulbildung durchgeführte Überprüfung der Pensenschlüssel bestätigt. Deshalb sollen die Mindestvorgaben für die Pensen der Schulpsychologie und der Schulsozialarbeit erhöht werden. Eine Vollzeitstelle beim Schulpsychologischen Dienst soll ab dem 1. Januar 2027 nur noch für 1120 statt wie bisher für 1600 Lernende zuständig sein. Im Jahr 2030 sollen die Pensen ein weiteres Mal überprüft werden. Aufgrund der Massnahmen im Rahmen von «Schulen für alle» sollten die Abklärungen im Bereich Verhalten mittelfristig zurückgehen. Für die Schulsozialarbeit ist eine Erhöhung der Pensen-Mindestvorgabe geplant. Pro Vollzeitstelle sollen künftig 20 Prozent weniger Lernende betreut werden müssen. Die neuen Mindestvorgaben würden ab 2027 zu jährlichen Mehrkosten von rund 4,1 Millionen Franken für Kanton und Gemeinden führen, wovon der Kanton die Hälfte via Standardkosten übernimmt.

Kanton Luzern und eine Vernehmlassung zur Erhöhung der Mindestvorgaben für Schuldienstpensen

SZ: Mitfinanzierung des berufsbegleitenden Masterstudiums in Schulischer Heilpädagogik

Der Regierungsrat des Kantons Schwyz will das berufsbegleitende Masterstudium in Schulischer Heilpädagogik neu mitfinanzieren. Das schreibt er in seiner Antwort auf eine Motion, die zudem auch eine Unterstützung für das Studium zur Lehrperson für Personen mit einer Erstausbildung fordert. Die Regierung beschränkt sich jedoch auf den Bereich der Schulischen Heilpädagogik, da der Bedarf hier dringlich sei. Seit einigen Jahren unterrichten im Kanton Schwyz immer mehr unvollständig ausgebildete Fachkräfte im Bereich der Schulischen Heilpädagogik – in den vergangenen vier Jahren ist deren Anzahl um mehr als 55 Prozent gestiegen.

Kanton Schwyz und die Förderung des Studiums Schulische Heilpädagogik

Varia

Der Influencer Jahn Graf interviewt Romain Lanners

Seit dem Jahr 2016 produziert Jahn Graf regelmässig Podcasts unter dem Titel «Jahns rollende Welt». Darin spricht er mit Persönlichkeiten aus Politik, Sport, Medien und Gesellschaft. In den Gesprächen setzt er sich hauptsächlich mit dem Thema Behinderung auseinander. Durch seine Behinderung erlebt er die Welt «rollend» aus der Perspektive seines Rollstuhls, deshalb der Name des Kanals. Jahn Graf hat sich kürzlich mit Romain Lanners, dem Direktor des Schweizer Zentrums für Heil- und Sonderpädagogik (SZH), über Bildung und eine Schule für alle unterhalten. 

Interview von Jahn Graf mit Romain Lanners (Podcast)

Bei Kindern in der Psychiatrie – Wenn die Krise den Alltag bestimmt (SRF–Mona mittendrin)

Für drei Tage begleitet die Fernsehmoderatorin Mona Vetsch Kinder in der teilstationären Tagesklinik DTK der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK Basel). Dort begegnet sie Kindern zwischen vier und zehn Jahren mit ADHS, Depressionen, Angst- oder Anpassungsstörungen. Sie erlebt Therapien, den anspruchsvollen Klinikalltag und den grossen Leidensdruck vieler Familien. Fünf Monate später besucht sie die DTK erneut – und erfährt, wie es für die Kinder weitergegangen ist.

SRF mit einem Dokumentarfilm über Kinder in der UPK Basel

Inklusionssong zum 50-Jahr-Jubiläum der Eingliederungsstätte Baselland

Der Performer Joel Chvojan, auch bekannt als Simply JC, hat gemeinsam mit den Boxitos und dem ESB-Chor den Song «Zämmä Stoo – ESB-Song feat. Boxitos & Simply JC» zum 50-Jahr-Jubiläum der Eingliederungsstätte Baselland (ESB) produziert. Im Lied geht es um Inklusion, Zusammenhalt und das Miteinander von 88 Menschen mit verschiedenen Herausforderungen, die gemeinsam stark sind.

Youtube mit dem ESB-Song «Zämmä Stoo»

Österreich: Art Without Limit Filmfestival

Am 1. Mai 2026 wird eine Auswahl der besten international prämierter Kurzfilme aus vergangenen Editionen des Art Without Limit International Filmfestivals gezeigt. Im Zentrum stehen Geschichten, die differenzierte Einblicke in Alltag, gesellschaftliche Barrieren und individuelle Erfahrungen ermöglichen. Die Kurzfilme zeigen Menschen mit Behinderungen in ihrer Vielfalt und greifen Themen wie Selbstbestimmung, Teilhabe und gesellschaftliche Rahmenbedingungen auf. Gleichzeitig wird sichtbar, wie stark die Darstellung von Menschen mit Behinderungen in Film und Medien durch vereinfachte oder stereotype Bilder geprägt ist und welche alternativen Perspektiven möglich sind. Ein besonderer Fokus liegt auf der Beteiligung von Menschen mit Behinderungen an den gezeigten Produktionen. Sie wirken sowohl vor als auch hinter der Kamera mit und bringen ihre eigenen Perspektiven in die filmische Umsetzung ein. Dadurch entstehen authentische Darstellungen und neue Zugänge zu Themen, die im öffentlichen Diskurs oft nur unzureichend abgebildet werden.

Österreichischer Behindertenrat und das Art Without Limit Filmfestival

Laufende Forschungsprojekte

StaFF-CH: Handlungsplanung im Bereich Verhalten und Erleben

Laufzeit: 07.2026–12.2027

Forschende Institution: Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik, HfH

StaFF-CH überführt die im Projekt StaFF (Standards zur Feststellung sonderpädagogischer Förderbedarfe im Förderschwerpunkt Emotionale-soziale Entwicklung) entwickelten Prozessstandards in ein kantonsübergreifendes, datengestütztes Schulentwicklungs- und Unterstützungskonzept. Es unterstützt Schulen dabei, Förderbedarfe im Bereich Verhalten und Erleben anhand klarer Kriterien, strukturierter Rückmeldungen und systematischem Monitoring nachvollziehbar einzuschätzen, passgenaue Massnahmen abzuleiten und deren Wirkung zu überprüfen. Das Projekt verbindet Praxisentwicklung, wissenschaftliche Begleitung und Transfer für Schulen, Kantone und Professionen.

HfH und das Forschungsprojekt StaFF-CH

Schulische Teilhabe von Schüler:innen mit einer chronischen Erkrankung: Einstellungen, Emotionen und Fachwissen von Lehrpersonen in der DACH-Region

Laufzeit: 11.2025–12.2026

Forschende Institutionen: Universität zu Köln, Universität Münster, Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Zürich, Pädagogische Hochschule Luzern, Pädagogische Hochschule Salzburg

Die Diagnose einer chronischen Erkrankung ist für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ein kritisches Lebensereignis. Für die betroffenen Kinder und Jugendlichen ändert sich das Leben schlagartig. Schüler:innen mit chronischen Erkrankungen sind nicht allein aufgrund medizinischer Symptome vulnerabel, sondern aufgrund des Zusammenspiels von Krankheit, schulischen Anforderungen, sozialer Teilhabe, institutionellen Routinen und Übergängen. Auch Lehrpersonen müssen sich auf diese Situation einstellen und die Schüler:innen in dieser kritischen Lebensphase begleiten. Lehrpersonen fühlen sich jedoch auf den Schulalltag mit Schüler:innen mit chronischer Erkrankung häufig unzureichend vorbereitet. Gefühle der Unsicherheit sowie der geringen Selbstwirksamkeit können bei Lehrpersonen daher auftreten. Das aktuelle Forschungsprojekt fokussiert daher auf das Verständnis von subjektiven Gefühlen und Emotionen von Lehrpersonen zur schulischen Inklusion von Schüler:innen mit einer chronischen Erkrankung. Zugleich erfolgt bei der Befragung der Lehrpersonen eine Präsentation von Aufklärungsvideos über chronische Erkrankungen. Anhand der Forschungsergebnisse sollen somit Impulse für die Fort- und Ausbildung von Lehrpersonen abgeleitet werden. Die Befragungen der Lehrpersonen finden in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt.

Teilnahme am Forschungsprojekt für Lehrpersonen aus der Schweiz: https://survey.uni-koeln.de/index.php/859516 

PHLU: Forschungsprojekt zur schulischen Teilhabe von Schüler:innen mit einer chronischen Erkrankung

Übergänge gestalten – Brücken bauen zur schulischen Teilhabe für und mit erkrankten Schüler:innen (BRÜCKEN)

Laufzeit: 12.2025–11.2027

Forschende Institutionen: Pädagogische Hochschule Luzern, Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Zürich, Pädagogische Hochschule Salzburg, Universität Klagenfurt, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, Universität zu Köln, Universität Oldenburg, Universität Würzburg?

Das von Movetia geförderte Projekt BRÜCKEN verfolgt das zentrale Ziel, die schulische Integration und Bildungsbiografien von Kindern und Jugendlichen mit chronischen oder akuten Erkrankungen in der Schweiz und exemplarisch für Deutschland und Österreich nachhaltig zu verbessern. Im Vordergrund stehen dabei schulische Übergangsprozesse zwischen Klinik-, Spital- und Regelschule sowie vom Einzelunterricht zu Hause. Internationale Vernetzung und Erfahrungsaustausch von Praktizierenden und Wissenschaftler:innen bilden das Rückgrat des Projekts und ermöglichen eine fundierte, praxisorientierte Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg.

PHLU: Forschungsprojekt zur schulischen Teilhabe von erkrankten Schüler:innen

Parlamentarische Vorstösse

Quelle: Parlamentarische Dokumentation des Informations- und Dokumentationszentrums IDES sowie Geschäftsdatenbank Curia Vista des National- und Ständerats.

SCHWEIZ

Tagesschulen und Tagesstrukturen. Bedeutung für die Chancengerechtigkeit

Interpellation (26.3389) vom 20.03.2026

Einbezug von Menschen mit Behinderungen bei der Schweizer Hilfe in der Ukraine

Interpellation (26.3271) vom 19.03.2026

Fetale Alkoholspektrumstörung FASD. Wie weiter?

Interpellation (26.3252) vom 19.03.2026

Maturité gymnasiale. Autoriser l'étudiant concerné par un trouble dys à utiliser un ordinateur

Motion (24.3100) du 06.03.2024 > Rapport de la Commission de la science, de l'éducation et de la culture du 15 janvier 2026

KT. AARGAU

Evaluation der «Förderklassen plus»

Postulate (26.101) vom 24.03.2026

KT. BASEL-LANDSCHAFT

Klare Rollen, gute Arbeitsbedingungen und Qualitätssicherung für Klassenassistenzen im Kanton Basel-Landschaft

Postulat (26.4861) vom 26.03.2026

KT: LUZERN

Fragestellung «Macht die Schule Kinder krank?» oder die Prüfung der Ursachen für die Zunahme psychischer Probleme bei Schulkindern

Postulat (26.759) 30.03.2026

Einführung von verbindlichen Unterrichtseinheiten zur Förderung von Empathie, Konfliktfähigkeit und sozial-emotionalen Kompetenzen im des Kantons Luzern

Motion (26.725) vom 23.03.2026

KT. ZÜRICH

Digitale Medien an den Schulen wirkungsvoll einsetzen

Anfrage (26.86) vom 09.03.2026 > Antwort des Regierungsrats vom 15.04.2026

Medien

Wenn nicht anders vermerkt, entstammen die Inhaltsbeschreibungen den Verlags- und Filmwebseiten.

Fachbücher

Inklusionsdämmerung.
Die Inklusionsreform verabschiedet sich von der Inklusion

Wocken, H. (2026)

BoD

Die Inklusionsdämmerung beschreibt, analysiert und bewertet die Entwicklung der schulischen Inklusion in allen Bundesländern von 2009 bis 2024. Zentrale Befunde: 1. Die Bundesländer sind verschieden! Alle Generalisierungen sind problematisch. 2. Die BRD ist inklusionspolitisch gespalten! Nach 15 Jahren Inklusionsreform ist der derzeitige Entwicklungsstand mit der Behindertenrechtskonvention nicht vereinbar und über alle Massen enttäuschend. Die zentrale Barriere ist die konzeptionelle und realpolitische Nibelungentreue zu einem segregierenden, separierenden und vertikal gegliederten Schulsystem. Die vertragliche Verpflichtung zu einem Rückbau der Förderschulen und der Separationsquote wird von der Mehrzahl der Bundesländer nicht verstanden und nicht akzeptiert.

Eine ganz normale Klasse mit sehr besonderen Schülern
Langjährige Erfahrungen mit Inklusion in einer intensiv heterogenen Klasse

Lindemann, C. & Rost, E. (2026)

verlag modernes lernen

Wirklich inklusiv unterrichten und nicht nur viele beschäftigen und einige über Bord fallen lassen – geht das überhaupt und wenn ja, wie? Wie kann Unterricht stattfinden, wenn neben den ‹normalen› grossen Unterschiedlichkeiten auch die Förderschwerpunkte ‹Geistige Entwicklung› und ‹Lernen› berücksichtigt werden müssen und dazu auch Kinder mit einer Hochbegabung und DaZ-Schüler:innen zu ihrem Recht kommen sollen? Wie bewahren Lehrkräfte dabei ihre Kraft und eigene Balance? Dieses Buch gewährt vielseitige und weitreichende Einblicke in die Praxis einer inklusiven Klasse, basierend auf über 13 Jahren Erfahrungen zweier Lehrerinnen. Der Titel des Buches spiegelt den Kerngedanken wider: Inklusion als Normalität zu begreifen, ohne die individuellen Besonderheiten der SchülerInnen aus dem Blick zu verlieren. Anhand von persönlichen Berichten, der Weitergabe fundierter Erkenntnisse und direkt aus dem Unterricht stammenden Hilfen und Tipps wird gezeigt, was es braucht, um für alle Beteiligten eine win-win-Situation zu gestalten. Die Autorinnen berichten offen über konträre Sichtweisen und besondere Herausforderungen, was dem Buch Authentizität und praktische Relevanz verleiht.

Das Regulativ der Werkstattbedürftigkeit
Organisation und Funktion der Werkstätten für behinderte Menschen
Czedik, S. (2026)

Springer

Die Anforderungen in der Arbeitsgesellschaft haben sich in den letzten Jahrzehnten tiefgreifend gewandelt – mit weitreichenden Folgen für Menschen mit Behinderungen. Insbesondere Menschen mit psychischen Belastungen finden sich zunehmend in Werkstätten für behinderte Menschen wieder. Diese ethnografische Studie nimmt Werkstätten in Deutschland aus subjektivierungsanalytischer Perspektive in den Blick und zeigt, wie «Werkstattbedürftigkeit» als soziales Phänomen hergestellt wird. Die Autorin entwickelt das Konzept eines Regulativs der Werkstattbedürftigkeit, das die Grenzen zwischen erstem und zweitem Arbeitsmarkt neu vermisst – und deutlich macht, wie Menschen in Werkstätten in unsichere Subjektpositionen gebracht werden.

Orientierung in der digitalen Lebenswelt
Impulse für eine benachteiligungssensible Didaktik digitaler Technologien

Wilhelm, H. (2026)

transcript

Digitale Technologien prägen die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Im Kontext von Lernbeeinträchtigungen und sozialer Benachteiligung gelten sie als Chance zur Teilhabe. Doch sind sie wirklich der Schlüssel zum Ausbruch aus dem «Bildungskeller» oder verstärken sie bestehende Ungleichheiten eher noch? Holger Wilhelm analysiert die Teilhabe an der digitalen Lebenswelt kritisch und entwickelt auf Basis aktueller theoretischer Diskurse und empirischer Befunde die Konturen einer benachteiligungssensiblen Didaktik digitaler Technologien. Dabei nimmt er Ambivalenzen ernst und liefert Impulse, um digitale Bildungsgerechtigkeit neu zu denken.

Das Buch ist kostenlos im Open Access als PDF herunterladbar.

Kinder im Autismus-Spektrum durch Spielen fördern.
Schritt für Schritt gemeinsam wachsen und Herausforderungen meistern.
Spielideen und Begleitung für Eltern und Fachkräfte
Himmelbauer, I. (2026)

Thieme

Kinder im Autismus-Spektrum zeigen Auffälligkeiten in vielen Entwicklungsbereichen und auch in ihrem Spielverhalten. Sie spielen gerne für sich alleine und haben Vorlieben für bestimmte Abläufe und Aktivitäten, die sie kaum variieren. Im Kleinkind- bzw. Kindergartenalter ist Spielen der Schlüssel zum Lernen. Die Ergotherapeutin Irmgard Himmelbauer zeigt in diesem Buch, wie Kinder im Autismus-Spektrum mit einfachen Spielen Schritt für Schritt gefördert werden können.

Erzählte Behinderung

Gemeinsam, anders, glücklich. Vom erfüllten Leben meines Bruders
mit Behinderung

Hauser, U. (2024)

ZS

Johannes träumt vom Fliegen – auf einem Kettenkarussell. Durch die Luft sausen und mal nicht behindert sein. Das wäre so schön. Und wunderbar. Aber auch gefährlich. Er darf nicht fallen und nicht stürzen, sein Rücken ist versteift. Johannes, das geht leider nicht, sagt sein grosser Bruder. Aber eigentlich will er ihm auch seinen Wunsch erfüllen. Nur wie? Gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche. Und entdecken ein Fahrrad, auf dem sie nebeneinander sitzen und sich im Kreis drehen können. So beginnt er, der Sommer ihres Lebens. Ein Buch über das, was möglich ist, wenn wenig möglich erscheint. Eine Ermutigung, das Grosse im Kleinen und Stärke in der -Schwäche zu finden. Über das Leben in einer Gemeinschaft. Von Menschen, die sich umeinander kümmern. Und Menschen, die ihr Schicksal annehmen.

Klartext

Nović, S. (2025)

Penguin

In einem Internat für Menschen mit einer Hörbehinderung kreuzen sich schicksalhaft die Wege einer Lehrerin und dreier Jugendlicher. Charlie, die rebellische Neue an der River Valley School, kämpft mit ihren Gefühlen und damit, sich verständlich zu machen, denn bisher hatte sie keinen Kontakt zur Gemeinschaft der Gehörlosen. Austin gilt als Überflieger, doch seine Welt gerät ins Wanken, als seine kleine Schwester hörend geboren wird. Und Schulleiterin February Waters weigert sich zu akzeptieren, dass ihre Schule schliessen muss – und ihre Ehe womöglich vor dem Aus steht. Als Charlie und Austin zusammen mit einem weiteren Schüler aus dem Internat verschwinden, beginnt für February ein Wettlauf gegen die Zeit. Dies ist eine Geschichte über Gebärdensprache und Lippenlesen, erste Liebe und Herzschmerz und vor allem über grosse Beharrlichkeit, Wagemut und Lebensfreude. Eine unvergessliche Reise in die Gemeinschaft der Gehörlosen und ein Fest der menschlichen Verbundenheit.

Filme

A voyeurs Body

Spiesser, K. (2025)

Solothurner Filmtage

Mit einem Geburtsdefekt fühlt sie sich nie dazugehörig. Um Distanz zu wahren, beobachtet sie die Welt. Doch eine Begegnung verwandelt ihre stille Neugier in Obsession. Grenzen verschwimmen, aus Beobachten wird Eindringen. Die Gestalt einer Voyeurin erzählt von Isolation, Sehnsucht und dem dunklen Drang zu beobachten.

Elle entend pas la moto

Fischbach, D. (2025)

Filmwebsite

Am Vorabend einer Familienfeier kehrt Manon, eine junge Frau mit einer Hörbehinderung voller Lebensfreude, zu ihren Eltern in die Haute-Savoie zurück. Vor der Kulisse der Alpen entfaltet sich ein Familienporträt, das durch jahrzehntelange Filmaufnahmen und gesammelte Archive der Regisseurin geformt wurde. Manons innere Stärke bildet den roten Faden einer Erzählung, die von Herausforderungen und Widerstandskraft geprägt ist. Wo lange Stille herrschte, findet schliesslich Sprache ihren Raum.

Weiterbildung

www.szh.ch/weiterbildungskurse

Blick in die Revue

En route vers l’école inclusive en Belgique germanophone : Entretien avec Dirk Schleihs, directeur du Centre de pédagogie adaptée ZFP

Engels, L. & Schleihs, D. (2026)

Revue suisse de pédagogie spécialisée,16 (01), 2–8

Im Jahr 2009 ratifizierte Belgien das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (BRK). Damit verpflichtete sich das Land unter anderem dazu, eine inklusive Gesellschaft und eine möglichst inklusive Bildung zu fördern. Seit mehr als 15 Jahren setzt die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens mehrere Strategien um, darunter die Einrichtung von Campus-Schulen, die Regel- und Sonderunterricht auch geografisch miteinander verbinden, die Gründung eines Kompetenzzentrums zur Information und Schulung des Lehrpersonals sowie die Priorisierung der pädagogischen Differenzierung zum Wohle aller Schüler:innen.

Le classi inclusive in Ticino: tra sfide, bisogni e supporti

Zariatti Coppes, R. & Geronimi, E. (2026)

Revue suisse de pédagogie spécialisée, 16 (01), 9–14

In den letzten Jahren ist die Zahl der inklusiven Klassen im Tessin exponentiell gestiegen. Die ersten Erfahrungen zeigten Herausforderungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Co-Teaching. Der Artikel fasst die wichtigsten Unterstützungsmassnahmen zusammen, die das Departement für Bildung, Kultur und Sport und das Departement für Bildung und Lernen / Pädagogische Hochschule bereitgestellt haben. Die Lehrpersonen sollen insbesondere durch gezielte Fortbildung unterstützt werden. Diese Massnahmen haben dazu beigetragen, die Funktionsweise inklusiver Klassen zu verbessern und ihre Verbreitung im gesamten Kanton zu fördern.

Collaborer, ouvrir sa classe, co-enseigner: Se réinventer pour accueillir la diversité

Rody, C., Allenspach, N., Püntener, J., Roth, M. & Noël, I. (2026)

Revue suisse de pédagogie spécialisée, 16 (01), 21–27

Heutzutage ist die Arbeit mit heterogenen Gruppen von Schüler:innen nicht mehr alleinige Aufgabe einer Lehrperson in ihrem Klassenzimmer, sondern eine kollektive Verantwortung. Dieser Artikel beschreibt, wie der Unterricht in einer zweistufigen Klasse einer Dorfschule mit flexibler Organisation funktioniert. Die Schule fördert Teamunterricht und hebt Trennungen auf. Diese Arbeitsweise ermöglicht es, alle Schüler:innen aufzunehmen – unabhängig von ihren Bedürfnissen. Es ist eine Schule, die Vielfalt als Bereicherung und Zusammenarbeit als Motor für Erfolg betrachtet.