Dokumentation

Inhaltsverzeichnis

Literatur zum Schwerpunkt 51

Linksammlung zum Schwerpunkt 52

Rundschau 53

International 53

National 54

Regional / kantonal 55

Varia 55

Laufende Forschungsprojekte 56

Parlamentarische Vorstösse 56

Medien 57

Fachbücher 57

Erzählte Behinderung 61

Filme 62

Weiterbildung 64

Blick in die Revue 64

Literatur zum Schwerpunkt

Bach, A., Baumgartner-Hirscher, N. & Bors, K. (2025). Lernen individuell fördern. Das Projekt „Lernen. Fördern. Individuell“ (LFI) zur unterrichtsergänzenden Förderung von Schülerinnen und Schülern. In F. Nagele, U. Greiner, M. Ivanova & E. Windischbauer (Hrsg.), Salzburger Bildungslabore. Konzepte und Innovationen an der Schnittstelle Lehrer:innenbildung und Praxisfeld Schule (S. 186–199). Klinkhardt. https://d-nb.info/136502296X/34

Bäumer, A. & Miller, K. (2025). Selbstreguliertes Lernen mit Unterstützung. Einblick in die Lernkultur der Siebengebirgsschule. Grundschule, 57 (3), 23–28.

Baur, S. (2025). Individuelle Förderung durch Lerncoaching. Eine Evaluationsstudie der Wirkungen und Wirkfaktoren. Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität. https://doi.org/10.5282/edoc.35302

Borel, S., Adl-Amini, K., Gasterstädt, J. & Kistner, A. (2025). Förderpläne in der schulischen Praxis. Eine Analyse im Kontext der Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs. Zeitschrift für Grundschulforschung, 18 (1), 33–48. https://link.springer.com/article/10.1007/s42278-025-00224-w

Böttinger, T. & Schulz, L. (2021). Diklusive Lernhilfen – Digital-inklusiver Unterricht im Rahmen des Universal Design for Learning. Zeitschrift für Heilpädagogik, 27 (9), 436–450.

Hank, C., Weber, S. & Huber, C. (2022). Potenziale des Kooperativen Lernens bei der Förderung sozialer Integration. Die Unterrichtsmethode des Integrationsförderlichen Kooperativen Lernens (IKL). Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete, 91 (1), 1–17.

Heimlich, U. & Wember, F. B. (Hrsg.) (2020). Didaktik des Unterrichts bei Lernschwierigkeiten. Ein Handbuch für Studium und Praxis (4., aktual. Aufl.). Kohlhammer.

Herrmann, U. (Hrsg.) (2022). Lernlabor Schule. Der Perspektivwechsel vom Unterrichten zum Lernen. Beltz.

Gebhardt, M. (2024). Inklusiv- und sonderpädagogische Pädagogik im Schwerpunkt Lernen. Eine Einführung. Münchner Beiträge zur Inklusions- und Sonderpädagogik, Band 4. Ludwig-Maximilians-Universität München. https://epub.ub.uni-muenchen.de/110254/1/Sonderpaed_Lernen_Version_0.6.pdf

Konrad, K. (2024). Selbstgesteuertes Lernen neu denken. Mit neuen Konzepten von der Lehrersteuerung zum Schülerhandeln. Beltz Juventa. https://doi.org/10.3262/978-3-7799-7903-6

Lutz, K. & Thöny, R. (2024). Das Churermodell – Dem Lernen Raum geben. hep.

Müller, K. (2019). Lerncoaching als Instrument für mehr Adaptivität im Unterricht. In M. Esefeld, K. Müller, P. Hackstein, E. von Stechow, & B. Klocke (Hrsg.), Inklusion im Spannungsfeld von Normalität und Diversität. Band II: Lehren und Lernen (S. 111–119). Klinkhardt.

Müller-Lehmann, S. (2019). Lerncoaching von Schülerinnen und Schülern. Chance und Herausforderung für den professionellen Umgang mit Heterogenität und Inklusion. In K. Müller, U. B. Müller & I. Kleinbub (Hrsg.), Individuelles und gemeinsames schulisches Lernen. Forschungsbeiträge zur Unterrichtsgestaltung und Lehrerbildung bei heterogenen Lernvoraussetzungen (S. 152–165). Beltz Juventa.

Reber-Frei, C. (2025). Digitale Möglichkeiten in der heilpädagogischen Förderung: Lernen unterstützen, Beeinträchtigungen kompensieren und zur Chancengerechtigkeit beitragen. Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik31 (08), 21–27. https://doi.org/10.57161/z2025-08-04

Tönnissen, L., Link, P.-C., Hengartner, O. & Hagmann-von Arx, P. (2024). Der Diagnostik-Förder-Kreislauf in der Heil- und Sonderpädagogik. Illustration des förderdiagnostischen Prozesses am Beispiel einer internalisierenden Verhaltensproblematik. Zeitschrift für Heilpädagogik, 75 (7), 303–311.

Zierer, T., Holle, J. & Adam, B. (2023). UnLearn School. Auf dem Weg zum Lernen der Zukunft. beWirken.

Zulliger, S., Zavery, A. & Buholzer, A. (2025). Erprobungen formativer Self-Assessments mit Schüler:innen mit besonderen Bildungsbedürfnissen. Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik, 31 (09), 37–43. https://doi.org/10.57161/z2025-09-07

Zylka, J. (Hrsg.) (2021). Flip your School! Impulse für die Entwicklung und Gestaltung hybrider, personalisierter Lehr-Lernsettings. Beltz.

zum Schwerpunkt

Schweizer Zentrum für Heil- und Sonderpädagogik

> Grundsätze des Universal Design for Learning (UDL)

Pädagogische Hochschule Luzern

> Videoreihe zum Einsatz von UDL im Unterricht

Churermodell

> Pädagogisches Konzept

Pädagogischer Dialog des Kantons Bern

> Selbstorganisiertes Lernen und Lernlandschaften

Universität Zürich

> Selbstreguliertes Lernen unterstützen

Fachhochschule Nordwestschweiz

> Überfachliche Kompetenzen

Technische Universität München

> Selbstreguliertes Lernen fördern

Deutscher Bildungsserver

> Selbstregulation im Unterricht fördern

Fit4Ref

> Offener Unterricht: Selbstbestimmtes und individuelles Lernen fördern

Diklusion

> Digitale Medien und Inklusion in Schule und Hochschule

Rundschau

International

UNO-Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung: Staatenbericht verabschiedet

In seiner Sitzung vom 5. Dezember 2025 hat der Bundesrat den aktuellen Staatenbericht der Schweiz zur Umsetzung des UNO-Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung verabschiedet. Der Bericht dokumentiert die Fortschritte und Herausforderungen der Schweiz im Kampf gegen Rassismus und wird Ende Dezember 2025 dem zuständigen UNO-Ausschuss übermittelt. Der aktuelle Bericht ist der insgesamt sechste Staatenbericht der Schweiz. Er behandelt die Entwicklungen im Zeitraum von November 2021 bis September 2025 und hält fest, dass die Schweiz in der Berichtsperiode wichtige Schritte zur Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung unternommen hat.

Portal der Schweizer Regierung mit dem aktuellen Staatenbericht der Schweiz zur Umsetzung des UNO-Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung

Daten zur inklusiven Bildung: Wichtigste Ergebnisse aus EASIE 2018–2023

Ein neuer Bericht der Europäischen Agentur für Statistik zur inklusiven Bildung (European Agency Statistics on Inclusive Education, EASIE) präsentiert zentrale Ergebnisse aus fünf Jahren Datenerhebung in den EASNIE-Mitgliedsländern. Der Bericht beleuchtet die Fortschritte und anhaltenden Herausforderungen bei der Gewährleistung inklusiver Bildung für alle Lernenden im Zeitraum von 2018/19 bis 2022/23. Er unterstreicht das 30-jährige Engagement von EASNIE für die Unterstützung einer inklusiven Bildungspolitik. Zudem betont er, dass eine Kombination aus numerischen Daten und qualitativen Erkenntnissen unerlässlich ist, um eine evidenzbasierte Politikgestaltung zu ermöglichen, von der alle Lernenden profitieren.

European Agency mit Daten zur inklusiven Bildung zwischen 2018–2023

Die Notwendigkeit von klimapolitischen Massnahmen, die Menschen mit Behinderungen einbeziehen

Bei Katastrophen werden Menschen mit Behinderungen eher zurückgelassen und von der Planung sowie dem Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen ausgeschlossen. Das Europäische Behindertenforum (European Disability Forum) ist daher der Ansicht, dass Klimaschutzmassnahmen alle Menschen einbeziehen müssen. Inklusive Klimaschutzmassnahmen sind nicht nur eine gesetzliche, sondern auch eine moralische Verpflichtung. Wenn die Rechte von Menschen mit Behinderungen in den Mittelpunkt gestellt werden, kann eine widerstandsfähigere, gerechtere und nachhaltigere Zukunft für alle geschaffen werden.

European Disability Forum über klimapolitische Massnahmen (auf Englisch)

National

Revision der Invalidenversicherung (IV)

Der Verbleib am Arbeitsplatz sowie die Integration oder Reintegration der Versicherten in den Arbeitsmarkt sollen weiter gefördert werden. Dies ist das Ziel der nächsten Reform der Invalidenversicherung (IV), auch Integrationsreform genannt. An seiner Sitzung vom 11. Februar 2026 hat der Bundesrat die Leitlinien dafür beschlossen. Eine der zentralen Massnahmen der Revision ist die Einführung einer neuen Integrationsleistung. Sollte dies nicht genügen, schlägt der Bundesrat vor, die Lohnbeiträge um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte zu erhöhen. Zudem wurde das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) beauftragt, Massnahmen zu prüfen, um kurzfristig die für die Finanzierung der laufenden Ausgaben nötigen flüssigen Mittel sicherzustellen. Dies ist notwendig, falls sich die finanzielle Lage der Versicherung schneller als erwartet verschlechtern sollte.

Portal der Schweizer Regierung mit der Revision der Invalidenversicherung

Interkantonale Spitalschulvereinbarung (ISV)

Die Interkantonale Spitalschulvereinbarung (ISV) ist am 1. Januar 2026 offiziell in Kraft getreten. Sie ist die erste Rechtsgrundlage für den interkantonalen Lastenausgleich in diesem Bereich. Die Vereinbarung definiert die Regeln für den Lastenausgleich zwischen den Vereinbarungskantonen, wenn hospitalisierte Kinder und Jugendliche schulische Angebote in Spitälern eines anderen Kantons nutzen. Diese schulischen Angebote gewährleisten, dass Kinder und Jugendliche Zugang zu Schule und Bildung haben und in ihrer Bildung nicht benachteiligt werden. Mit der Inkraftsetzung ist ein erster wichtiger Schritt getan, die gesamte Arbeit ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Als Nächstes stimmen Spitalschulen und Kantone ihre Prozesse für den interkantonalen Lastenausgleich ab.

EDK und die Finanzierung der Spitalschulen
Blogbeitrag von Francis Kaeser zur ISV

Diskriminierungsbericht 2025

Der Diskriminierungsbericht 2025 zeigt, dass Menschen mit Behinderungen in der Schweiz nach wie vor strukturellen Benachteiligungen ausgesetzt sind. Diskriminierung findet nicht nur in Einzelfällen statt, sondern ist häufig in Systemen und Abläufen verankert. Für Menschen mit einer Hörbehinderung betrifft dies insbesondere den Zugang zu Bildung, zum Arbeitsmarkt, zur Gesundheitsversorgung und zu Informationen. Fehlende Gebärdensprachkompetenz in Institutionen, ungenügende Finanzierung von Dolmetschleistungen oder mangelnde Sensibilisierung führen dazu, dass formale Rechte in der Praxis nicht immer wirksam werden. Der Bericht unterstreicht, dass neben gesetzlichen Grundlagen vor allem eine konsequente Umsetzung und ausreichende Ressourcen benötigt werden. Gleichstellung ist nur dann erreicht, wenn Rechte im Alltag tatsächlich wahrgenommen werden können.

Schweizerischer Gehörlosenbund mit dem Diskriminierungsbericht 2025

Behindertensession 2026: Politische Teilhabe weiter stärken

Am 21. Oktober 2026 findet die zweite Behindertensession statt. Nationalratspräsident Pierre-André Page lädt im kommenden Herbst 44 Vertreter:innen von Menschen mit Behinderungen ins Bundeshaus ein. Damit nehmen sie symbolisch 22 Prozent der Sitze im Parlament ein, was dem Anteil von Menschen mit Behinderungen an der Schweizer Bevölkerung entspricht. Die erste Behindertensession im Jahr 2023 hat eindrücklich gezeigt, wie wirkungsvoll politische Teilhabe sein kann. Mehrere der damals eingebrachten Forderungen wurden vom Parlament aufgegriffen und umgesetzt. Dieser Erfolg unterstreicht die Bedeutung der Behindertensession. Sie stärkt nach innen die Community und ihr politisches Selbstverständnis und sendet nach aussen ein klares Signal für die Rechte von Menschen mit Behinderungen und für eine inklusive Gesellschaft.

Inclusion Handicap zur Behindertensession 2026

Regional / kantonal

BL: Der Ausgleich von Benachteiligungen bei Leistungstests ist ein Recht

Alex ist ein Jugendlicher mit Verbaler Entwicklungsdyspraxie (VED) und besucht die Sekundarschule. Wie alle Schüler:innen der Region (AG, BL, BS, SO) absolviert er in der 2. Klasse der Sekundarstufe den obligatorischen «Check S2». Dieser standardisierte Leistungstest ist für die Lehrstellensuche von grosser Bedeutung. Trotz seiner Verbalen Entwicklungsdyspraxie (VED) mit sekundärer Dyslexie erhält Alex für den Test keine Zeitverlängerung. Als Grund werden technische Gründe angeführt. Er ficht diese Ablehnung gerichtlich an. Der Regierungsrat hat entschieden, dass eine technische Lösung gefunden werden muss, damit der Zeitzuschlag gewährt werden kann. Das für die Entwicklung des Tests zuständige Unternehmen wurde beauftragt, eine entsprechende Lösung zu erarbeiten. Der Entscheid des Regierungsrats hat zur Folge, dass der Anspruch auf Nachteilsausgleich von Schüler:innen im Bildungsraum Nordwestschweiz künftig auch bei den standardisierten Leistungstests («Checks») gewährt werden muss.

We claim über eine Beschwerde zum Nachteilsausgleich in Leistungstests

ZH: Neue Leitung der Koordinationsstelle Behindertenrechte des Kantonalen Sozialamts

Sarah Arquint ist seit Anfang Januar 2026 die neue Leiterin der Koordinationsstelle Behindertenrechte des Kantonalen Sozialamts des Kantons Zürich. Sie übernimmt die Stelle von Bernhard Krauss und ist verantwortlich für die Koordination, Weiterentwicklung und Umsetzung im Bereich der Behindertenrechte im Kanton Zürich. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Koordination zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) in der kantonalen Verwaltung. Mit Sarah Arquint gewinnt der Kanton Zürich eine Expertin, die sich seit über zehn Jahren für die Rechte von Menschen mit Behinderungen einsetzt.

BKZ mit einem Portrait von Sarah Arquint

Bundesverwaltungsgericht stellt klar: Keine Tests ohne Einbezug von Selbstbetroffenen!

«Nichts über uns ohne uns» – diesen Grundsatz der Behindertenbewegung hat das Bundesverwaltungsgericht mit seinem neuen Entscheid zur autonomen Nutzung der Fernverkehr-Doppelstockzüge (FV-Dosto) der SBB erstmals bestätigt. Das Gericht hält fest, dass bei der Überprüfung der Barrierefreiheit Menschen mit Behinderungen zwingend einbezogen werden müssen. Der Entscheid stärkt die Verfahrensrechte von Menschen mit Behinderungen. In ähnlich gelagerten Fällen kann künftig auf diesen Leitentscheid Bezug genommen werden. Die Lebensrealitäten von Betroffenen lassen sich nicht simulieren. Nur durch den Einbezug von Menschen mit Behinderungen kann die Barrierefreiheit tatsächlich beurteilt werden. Erst wenn Menschen mit Behinderungen als Expert:innen in eigener Sache anerkannt und systematisch einbezogen werden, kann die Schweiz ihrer Verpflichtung zur Inklusion nachkommen.

Inclusion Handicap über ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zu den FV-Dosto

Varia

80 Jahre Schweizerischer Gehörlosenbund SGB-FSS

Im Jahr 2026 feiert der Schweizerische Gehörlosenbund SGB-FSS sein 80-jähriges Bestehen. Seit 1946 setzt sich der Verband als Dachorganisation für die Interessen von Menschen mit Hörbehinderung in der Schweiz ein. In den vergangenen acht Jahrzehnten wurden wichtige Meilensteine erreicht: von einer stärkeren gesellschaftlichen Sichtbarkeit über Fortschritte in der Bildung bis hin zu politischen Erfolgen auf Bundesebene. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Situation, dass Gleichstellung kein abgeschlossener Prozess ist. Barrierefreiheit, Anerkennung der Gebärdensprachen und tatsächliche Chancengleichheit bleiben zentrale Aufgaben.

Schweizerischer Gehörlosenbund über sein 80 Jahre Jubiläum

USA: Museum für die Geschichte von Behinderung

Das Museum für die Geschichte von Behinderung (Museum of Disability History) wurde am 17. Februar 2026 offiziell eröffnet. Es wurde 1998 in Buffalo, New York, gegründet und befindet sich nun in einem neu gestalteten, vollständig barrierefreien Gebäude innerhalb des Kornreich Instituts im Viscardi Center. Die Gäste können eine Sammlung von Artefakten, Dokumenten, Büchern und Fotografien erkunden, die die Behindertenrechtsbewegung von ihren Anfängen bis heute nachzeichnen. Im Rahmen des Museumserlebnisses haben die Besucher:innen zudem die Möglichkeit, das Büro des Fürsprechers Dr. Henry Viscardi Jr. zu besichtigen. Es bietet einen Einblick in den Werdegang eines jungen Mannes mit Behinderung zu einem wegweisenden Unternehmer und einem der weltweit führenden Fürsprecher für Menschen mit Behinderung.

Viscardi Center und das Viscardi Museum

Laufende Forschungsprojekte

Deutschsprachige digitale Lernumgebung zu Sprache und Kommunikation (DeLeDi-SpuK)

Laufzeit: 01.2026 – 12.2028

Forschende Institution: Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik, HfH

DeLeDi-SpuK ist ein transnationales Erasmus+-Projekt mit Movetia-Förderung von Partnerinstitutionen aus Deutschland, Österreich, Luxemburg, Belgien und der Schweiz. Es wird eine deutschsprachige digitale Lernumgebung zu Sprache und Kommunikation entwickelt, die Lehrpersonen beim systematischen Wissensaufbau und der Professionalisierung ihrer Handlungspraxis unterstützt. Die modularen Lernangebote umfassen sprachförderlichen Unterricht, Mehrsprachigkeit, Sprachverstehen, Kommunikation, Pragmatik und den Umgang mit sprachlichen Barrieren. DeLeDi-SpuK verbindet heil- und sonderpädagogische Expertise, digitale Innovation und internationale Kooperation. Die Lernumgebung wird als Open-Access-Ressource bereitgestellt und in die Aus- und Weiterbildung der HfH integriert.

HfH und das Forschungsprojekt Deutschsprachige digitale Lernumgebung zu Sprache und Kommunikation

Parlamentarische Vorstösse

Quelle: Parlamentarische Dokumentation des Informations- und Dokumentationszentrums IDES sowie Geschäftsdatenbank Curia Vista des National- und Ständerats.

SCHWEIZ

Mobilitätshilfen für Menschen mit Behinderung. Wie gross ist der Innovationsspielraum?

Interpellation (25.4630) vom 18.12.2025 > Stellungnahme des Bundesrats vom 18.02.2026

KT. BASEL-LANDSCHAFT

Weiterführende Angebote für Jugendliche mit einer Behinderung

Postulat (26.3705) vom 12.02.2026

Sonderschulung im Baselbiet – Versorgungslücken, Sparfolgen und fehlende Entlastungsangebote

Interpellation (26.3183) vom 29.01.2026

KT. LUZERN

Zunehmende Nachteilsausgleiche im Bildungssystem

Anfrage (A 697) vom 27.01.2026

KT. SCHWYZ

Wie weiter mit der integrativen Förderung an der Volksschule?

Postulat (2025.0164) vom 03.09.2025 > Antwort des Regierungsrats vom 13.01.2026

Ausbau der Unterstützungs- und Beratungsangebote im Bereich psychische Gesundheit (z.B. Schulsozialarbeit) an den Berufsschulen im Kanton Schwyz

Postulat (2025.0152) vom 18.08.2025 > Antwort des Regierungsrats vom 20.01.2026

Medien

Wenn nicht anders vermerkt, entstammen die Inhaltsbeschreibungen den Verlags- und Filmwebseiten.

Fachbücher

Diagnostische Reisen bei Kindern und Jugendlichen.
Ein heil- und sonderpädagogischer Blick auf Wege zu psychischen Diagnosen und darüber hinaus

Hagmann von-Arx, P. (2025)

Edition SZH/CSPS

Eine Rezension von Alois Buholzer, PHLU (Institut für Diversität und inklusive Bildung)

Wie erleben Kinder und Jugendliche, ihre Eltern sowie beteiligte Fachpersonen den oft langen, komplexen und emotional herausfordernden Weg hin zu einer psychischen Diagnose? Und wie geht dieser Prozess nach der Diagnosestellung weiter? Mit diesen Fragestellungen setzt sich Priska Hagmann-von Arx, Professorin an der HfH, in ihrem Buch auseinander. Im ersten Kapitel umreisst die Autorin das Konzept der psychischen Diagnose und setzt sich unter anderem mit den Ursachen der zunehmenden Diagnostik psychischer Störungen sowie mit den Chancen und Risiken diagnostischer Zuschreibungen auseinander. Ziel des Buches ist es, für die Prozesshaftigkeit und Subjektivität von psychischen Diagnosen im heilpädagogischen Kontext zu sensibilisieren. Dies gelingt der Autorin ausgezeichnet. Trotzdem würde mich da und dort interessieren, wie aus theoretischer Sicht die psychischen Diagnosen mit der (heil)pädagogischen Diagnostik und ihren verschiedenen Ausprägungen wie Förderdiagnostik, Lernverlaufsdiagnostik oder formatives Assessment zusammenhängen.

Die Stärke des Buches liegt zweifellos im zweiten Kapitel. Hier werden zehn individuelle diagnostische Reisen von Kindern und Jugendlichen beschrieben. In narrativen Interviews schildern Eltern sowie Fachpersonen aus der Heil- und Sonderpädagogik, der Psychologie und der Psychotherapie ihre persönlichen Erfahrungen, Wahrnehmungen und Herausforderungen im Umgang mit psychischen Diagnosen. Die vorgestellten Fälle enthalten damit ein reichhaltiges Lernangebot, beispielsweise für Studierende der Schulischen Heilpädagogik. Anhand der Berichte können angehende Schulische Heilpädagog:innen lernen, welche Chancen und Risiken mit (psychischen) Diagnosen verbunden sind.

Als Synthese der zehn Erfahrungsberichte wird im dritten Kapitel des Buches ein Modell vorgestellt, das auf diagnostische Reisen angewandt werden kann. Das Modell enthält zweifellos bedeutsame Einflussfaktoren, die den diagnostischen Prozess beeinflussen. Und darüber hinaus wird angedeutet, wie nach dem «diagnostischen Moment» die zirkulären und relationalen Prozesse zwischen Diagnostik und Unterstützung weiterlaufen.

Insgesamt enthält das Buch von Priska Hagmann-von Arx interessante Inhalte zur Diagnostik im sonder- bzw. heilpädagogischen Kontext, insbesondere was die zehn dokumentierten diagnostischen Reisen betrifft. Es trägt damit massgeblich dazu bei, das Verständnis für die vielfältigen Herausforderungen zu vertiefen, mit denen Kinder und Jugendliche sowie ihr Umfeld im Zusammenhang mit (psychischen) Diagnosen konfrontiert sind.

Das Buch ist kostenlos im Open Access als PDF herunterladbar.

Intersektionale Pädagogik. Grundbegriffe und Felder der Erziehungswissenschaft und pädagogischen Praxis

Staab, L., Freund, S. I. & Boger, M.-A. (Hrsg.) (2026)

transcript

Welche Konsequenzen hat die intersektionale Wende für diskriminierungskritische Pädagogiken? Aus der Perspektive unterschiedlicher bildungs- und erziehungswissenschaftlicher Disziplinen sowie praktischer Felder rekapitulieren die Beiträge, wie und als was sich «Intersektionalität» in dem jeweiligen Bereich etabliert hat. Wie wurde das Konzept aufgenommen und verstanden? Ergibt der Begriff «Intersektionale Pädagogik» Sinn oder trägt er zur weiteren Verfloskelung des Intersektionalitätsbegriffs bei? Um diese und weitere offene praktische Fragen zu beantworten, nimmt der Band Grundbegriffe, disziplinspezifische Perspektiven, Lebensphasen und Organisationen in den Fokus.

Das Buch ist kostenlos im Open Access als PDF herunterladbar.

Brücken zur Teilhabe – Wo Krankheit und Schule sich begegnen.
Chancen inklusiver Bildung für Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen

Sommer, N., Müller, S. & Langnickel, R. (Hrsg.) (2025)

Klinkhardt

Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen stehen im Schulalltag vor besonderen Herausforderungen, die weit über medizinische Aspekte hinausgehen. Um diesen gerecht zu werden, braucht es ein pädagogisches Verständnis, das Krankheit nicht isoliert betrachtet, sondern in den schulischen und sozialen Kontext einbettet. Eine inklusive Schule sollte daher individuelle Bedürfnisse frühzeitig erkennen und gezielt unterstützen. Dabei sind nicht nur Barrierefreiheit und ausgleichende Massnahmen wichtig, sondern auch eine Kultur der Partizipation und Selbstbestimmung. Unterstützende Technologien, ein sensibler Umgang im Unterricht sowie ein ganzheitlicher Blick auf Gesundheit und Bildung tragen dazu bei, echte Teilhabe zu ermöglichen und Entwicklungschancen zu fördern.

Das Buch ist kostenlos im Open Access als PDF herunterladbar.

Psychomotorische Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen

Jessel, H. (2026)

Reinhardt

Spielen Gewalt bei Kindern und Jugendlichen stellt auch psychomotorische Fachkräfte vor grosse Herausforderungen. Dabei bietet gerade die Psychomotorik eine Vielzahl von geeigneten Präventionsansätzen. Theoretisch fundiert zeigt der Autor im ersten Teil des Buches auf, wie eng Emotionen und Handlungen sowohl nach psychomotorischem Verständnis als auch bei der Entstehung von Gewalt miteinander verbunden sind. Auf dieser Wissensgrundlage bietet der zweite Teil Fachkräften zahlreiche praktische Impulse zur Planung, Umsetzung und Reflexion psychomotorischer Settings in der gewaltpräventiven Arbeit mit Heranwachsenden. Zusätzlich stehen Online-Materialien für die praktische Arbeit zur Verfügung.

Kinderleichter Einstieg in die Psychomotorik.
Vorgefertigte Bewegungsangebote für pädagogische Fachkräfte im Elementarbereich

Sagstetter, B. (2026)

Lambertus

Dieses Praxisbuch bietet eine Sammlung von erprobten psychomotorischen Bewegungseinheiten für den Elementarbereich. Ohne zeitintensive Vorbereitung können die Stundenskripte direkt in der Praxis angewandt werden. Eine «Schritt für Schritt» Anleitung – mit zusätzlichen Fotoillustrationen der einzelnen Spiele und Aufbauten – verschafft einen schnellen Überblick des Spielablaufs. Der theoretische Teil informiert zunächst über die wesentlichen Grundprinzipien der Psychomotorik als freiwilliges und ganzheitliches Bewegungsangebot. Der praktische Teil bietet sodann vorgefertigte Bewegungseinheiten, die jeweils in eine kindgerechte Rahmenhandlung eingebettet sind, abgestimmt auf das jahreszeitliche Geschehen, Phantasiewelten und das direkte Umfeld der Kinder. Der gleichbleibende Stundenaufbau schafft – bei fortlaufender Durchführung – Orientierung und Sicherheit. Dabei sind die Skripte bewusst offen gestaltet und lassen Handlungsspielraum, um die Ideen der Kinder aufzugreifen und ins Spiel einzubauen. Die variablen Bewegungsangebote ermöglichen die Teilnahme aller Kinder unter Berücksichtigung ihres jeweiligen Entwicklungsstandes und stehen im Kontext zum Inklusionsgedanken. Gemeinsam lassen sich so im Turnraum als Erlebnisort unbekümmerte und gemeinschaftliche Lernerfahrungen sammeln – ganz ohne Ausgrenzung und Leistungsdruck.

PDA – anders autistisch?
Antworten zum Pathological Demand Avoidance Syndrom für Fachpersonen und Familien

Chou-Knecht, N. G. & Carl, E. (2025)

Kirja

Pathological Demand Avoidance (PDA, übersetzt etwa Pathologische Vermeidung von Anforderungen) wird von den führenden PDA-Expert:innen als Profil im Bereich des Autismus-Spektrums verstanden, ist jedoch unter Fachpersonen weder ausreichend bekannt noch herrscht Einigkeit über die ursächlichen Hintergründe oder die adäquate Begleitung und Unterstützung von PDAer:innen. Sie und ihre Familien brauchen in erster Linie Vertrauen, Verständnis und einen auf den ersten Blick kontra-intuitiv wirkenden Erziehungs- und Unterstützungsansatz. Dieses Buch gibt einen umfassenden Überblick über den aktuellen Wissensstand zu PDA. Dabei integrieren die Autorinnen wissenschaftliche Erkenntnisse, Innensichten von PDAer:innen und deren Angehörigen sowie Erfahrungen aus ihrer beruflichen Praxis und persönlichen Lebenswelt. Neben einem ausführlichen Grundlagenteil beleuchtet das Buch die Bereiche Familie, Bildungssystem und Therapie, wobei Herausforderungen, aber insbesondere auch Ressourcen, Handlungsansätze und Unterstützungsmöglichkeiten aufgegriffen werden. Der psychiatrische Fachteil des Buches vermittelt Grundlagen zur PDA-Diagnostik und legt neurobiologische Konzepte zu PDA dar, die in ein Integratives Konzeptualisierungsmodell zusammengefügt werden.

Erzählte Behinderung

Das Glaskind

Gregg, S. (2024)

atb

Mayas Leben scheint nahezu perfekt. Sie arbeitet in Hamburg als Ärztin in einer Klinik und lebt in einer festen Beziehung. Doch dann erhält sie einen Anruf. Sie soll zurück nach München kommen. Ihre Mutter hatte einen Unfall, und Maya muss sich um ihren Bruder kümmern, der als Mensch im Autismus-Spektrum schon immer das Zentrum der Familie war. Bereits als Kind hatte sie das Gefühl, für ihre Eltern unsichtbar zu sein. Alle Sorge galt ihrem Bruder Tobias. Als Maya zurückkehrt, begreift sie, dass sie endlich ihren eigenen Weg finden muss – nicht gegen, sondern zusammen mit ihrer Familie.

Voll behindert, Alter! (Jugendroman)

Richter, S. (2025)

Edition Riedenburg

Ausgerechnet tiefster Schwarzwald - geht‘s noch? Das bedeutete für meinen Bruder und mich einen Sommer am A…. der Welt. Und es kam noch schlimmer. Wir machten dort nämlich keinen Urlaub, sondern zogen für immer ins letzte Kaff. Ganze 23 Häuser. Der Ortskern: ein Zigarettenautomat! In einer Sache waren Jan und ich uns ausnahmsweise einmal einig: Wir wollten zurück nach Düsseldorf in unser altes Leben. Sofort! Einen Plan hatten wir auch. Nämlich so lange rumzunörgeln, bis unsere Eltern genervt einknickten und wir wieder in die Grossstadt durften. Doch ständig schlechte Laune zu haben, kann einen auf Dauer ganz schön nerven. Und eigentlich waren manche Leute im Dorf ja auch ganz nett. Besonders dieser Chrissi, die muskelbepackte Sportskanone mit dem Beliebte-Leute-Lächeln. Ob ich bei dem eine Chance haben würde? Immerhin fahre ich Treppenlift statt Vespa. Das sagt alles, oder? Ich finde mein Leben gerade jedenfalls echt voll behindert, Alter! In dieser Geschichte ist die Hauptprotagonistin körperlich schwerbehindert und auf einen Elektrorollstuhl angewiesen. Inklusion ist ganz natürlich und nebenbei Teil der Lebenswelt der Protagonist:innen und lässt Raum für eine lustige Liebesgeschichte.

Filme

Mit Liebe und Chansons. Nach einer wahren Geschichte

Scott, K. (2025)

Filmwebsite

Paris in den 1960er Jahren: Esther Perez bringt ihr sechstes Kind zur Welt, den kleinen Roland. Er wird mit einer Fehlbildung am Fuss geboren. Die Ärzte sind sich sicher, dass Roland niemals richtig laufen wird. Doch Esther ist eine starke und sture Frau, die ihrem Kopf und vor allem ihrem Herzen folgt. Entgegen aller Ratschläge verspricht sie Roland, dass er an seinem ersten Schultag wie alle anderen Kinder auf eigenen Beinen in die Schule gehen wird. Roland wird ein glücklicher Mensch sein, dem es an nichts mangelt, dafür werde sie schon sorgen. Basta. Und Esther ist eine Mutter, die wahre Wunder vollbringen kann. Alles setzt sie nun daran, ihr Versprechen zu halten und schleppt Roland von Orthopäde zu Heilerin und wieder zurück. Mit unerschütterlichem Optimismus ist sie niemals um eine neue Strategie verlegen, die ihrem Sohn das Glück bescheren kann, auf eigenen Beinen zu stehen, selbst wenn der liebe Gott dabei eine Rolle spielen muss und ihre jüdische Großfamilie dazu verdammt ist, monatelang den heilsamen Klängen französischer Chansons zu lauschen.

Leben mit Hindernissen

Gränicher, D. (2025)

momenta film

Der Film thematisiert auf sensible und einfühlsame Weise den Alltag von Eltern und ihrem Kind mit einer schweren Behinderung. Hinter verschlossenen Türen warten sie auf einen Platz in einer Betreuungseinrichtung. In der Zwischenzeit wird der Versuch unternommen, mit den Schwierigkeiten und Verhaltensstörungen fertig zu werden. In dieser existenziellen Krise begleitet der Film die Arbeit von Lucas, einem Sozialpädagogen, der die Familien zu Hause besucht und versucht, ihnen zu helfen. Lucas verleiht den erschöpften Familien die Energie und den Optimismus, sich ein leichteres Leben aufzubauen, während sie auf eine strukturelle Lösung warten, die sich nur langsam abzeichnet. Im Austausch mit der 66-jährigen, ebenfalls körperlich beeinträchtigten Cornelia Nater thematisiert der Film den Kampf um Gleichstellung von Menschen mit einer Behinderung.

Der Dokumentarfilm kann auf Play Suisse konstenlos gestreamt werden.

Il fantasma che è in me

Beltrami, D. (2025)

RSI (Koproduktion)

Ein Mann hat sein Leben lang obsessiv gefilmt. Als er krank wird, lässt er die Bilder Revue passieren. Es scheint, dass eine seltsame Präsenz ihm stets geholfen hat, zu überleben.

Dans la jungle d’Émilienne

Avdija, E. (2024)

point pro

Émilienne ist 16 Jahre alt und lebt mit einer Autismus-Spektrum-Störung. Der Dokumentarfilm gibt Einblick in den Alltag mit ihrer Mutter – gefilmt aus einer Nahperspektive und teilweise von ihr selbst.

Weiterbildung

www.szh.ch/weiterbildungskurse

Blick in die Revue

Quelle inclusion pour les personnes en situation de handicap ? Le point de vue des personnes concernées avec l’indice de Pro Infirmis
Frey, L.

Revue suisse de pédagogie spécialisée, 15 (4), 28–34

Der Inklusionsindex von Pro Infirmis misst, wie gut Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft eingebunden sind – und zwar aus ihrer eigenen Sicht. Er zeigt, wie sie ihre Teilhabe in verschiedenen Lebensbereichen wahrnehmen. Die Ergebnisse von 2023 machen deutlich: 80 Prozent der befragten Personen fühlen sich in mindestens einem der zehn untersuchten Lebensbereiche deutlich eingeschränkt. Zu diesen Bereichen gehören: Bildung, Arbeit, Wohnen, Mobilität, Freizeit, soziale Beziehungen, Gesundheit, Politik, Information und Recht.

Craquer les codes de la mode pour changer l’image de soi et le regard sur le handicap. Témoignages de modèles et activistes de l’agence « Tu es canon »
Chanchah, A. & Droz, A.

Revue suisse de pédagogie spécialisée, 15 (4), 35–39

Mode ist eine Sprache, die Menschen hilft, ihre Identität zu gestalten. Auch viele Menschen mit Behinderungen eignen sich gängige Codes an oder interpretieren sie neu, um ihre Persönlichkeit auszudrücken. Das Kollektiv «Tu es canon» setzt sich dafür ein, wie Menschen mit Behinderungen in der Mode dargestellt werden. Es engagiert sich zudem in der Ausbildung: An den Kunst- und Designhochschulen HEAD–Genève und der ECAL im Lausanne bietet das Kollektiv Ausbildungen zu inklusiver Mode an. Deren Ziel ist es, einseitigen Schönheitsidealen entgegenzuwirken und Design für alle zugänglich zu machen. Der Artikel stellt zuerst das Programm «Tu es canon» vor, danach werden die Erfahrungen zweier Mitglieder des Kollektivs vorgestellt: Anissa Chanchah und Alexandre Droz.

Développer ses compétences relationnelles grâce au handicap. Les personnes en situation de handicap comme partenaires de formation
de Diesbach, J., Singele, C., Piérart, G., Cudré-Mauroux, A. & Quarroz, S.

Revue suisse de pédagogie spécialisée, 15 (4), 40–45

Die Hochschule für Soziale Arbeit Freiburg (HSA-FR) bietet ein Unterrichtsmodul zu Beziehungskompetenzen an, an dem auch Menschen mit Behinderungen aktiv mitwirken. Der vorliegende Artikel wurde von zwei dieser Mitwirkenden und den Dozierenden gemeinsam verfasst. Gemeinsam reflektieren sie über die Erfahrungen, die sie in der Zusammenarbeit mit den Studierenden gemacht haben. In der Sozialen Arbeit ist Behinderung ein sensibles Thema, das nur selten aus der Perspektive von Menschen mit eigener Erfahrung behandelt wird. Die direkte Begegnung zwischen Menschen mit Behinderungen und Studierenden schafft wertvolle Lernmomente – sie bringt Vorstellungen, Haltungen und berufliche Praktiken zum Vorschein und regt zur Auseinandersetzung an.